Ahoy dort draussen!
Gestern war ich in Wellington dem Hockeyspiel meines Gastbruders zusehen, Lunch bei einer Freundin der Familie essen, einen zweistuendigen Spaziergang nahe Wellington entlang des Meeres und beeindruckender Huegel machen und zwei Ersatzfische kaufen. Nach einem vollen Tag kaum zuhause angekommen, ging es auch schon weiter, zum Schulball.
Und gestern habe ich zum ersten Mal wirklich heftig gemerkt, dass ich etwas vermisse, nur ist es kein Heimweh, eher Deutschweh. So habe ich wahrend des Schulballs (oder auch Formal) am Tisch zwischen Freunden gesessen, den amuesanten Ausfuehrungen der Schuelerin gelauscht, die das alles organisiert hatte, und geglaubt, jeden Augenblick muessten die Menschen um mich herum anfangen, Deutsch zu reden. Das Ganze war so bekannt und normal, dass ich einfach mit Deutsch gerechnet und gehofft habe, dass ich ich endlich einmal alles verstehe, selbst das Gemurmel am Nebentisch. Stattdessen muss ich mich immer noch auf alles konzentrieren, wenn auch weniger als vorher.
Gestern war also dieser Formal, auf den sich alle Maedchen stundenlang vorbereitet hatten, was mir immer noch etwas sinnlos vorkommt.
Einige (auf dem Foto nicht so gut getroffene) Exemplare duerft ihr hier bewundern, wobei ich die rechts mit den ungemachten Haaren (kein Friseurbesuch vorher mehr moeglich) bin, was ihr aber unschwer erkennenduerftet:
Ein wenig verloren fuehlt man sich schon zwischen Menschen, die sich seit fuenf oder vier Jahren kennen und eine andere Sprache sprechen, aber insgesamt war das Ganze recht nett, vor allem wegen des vorzueglichen Essens (da in Vier-Sterne-Hotel). Danach ging es in anderem und wesentlich bequemeren Outfit noch zur After-Party eines Klassenkameraden, wo ich dann aus Langeweile mir von jemandem habe Boxen beibringen lassen und um etwa 4 Uhr per Taxi verschwunden bin. Beschwerden ob meines Lebensstils (hoehoe) bitte an eine andere Adresse.
Die Woche davor war kaum der Rede wert, obwohl natuerlich gut wie immer. Naechste Woche darf ich ohne Katharinas Unterstuetzung zur Schule gehen, denn ihre Gastfamilie hat sich spontan dazu entschlossen, eine Woche zu frueh in den Urlaub zu fahren. Und uebernaechste Woche, ja dann, dann sind Ferien! …wenn auch nur zwei Wochen.
Erklaerung abgeschlossen, man sieht sich!
Lina




