Ahoy dort draussen!

Gestern war ich in Wellington dem Hockeyspiel meines Gastbruders zusehen, Lunch bei einer Freundin der Familie essen, einen zweistuendigen Spaziergang nahe Wellington entlang des Meeres und beeindruckender Huegel machen und zwei Ersatzfische kaufen. Nach einem vollen Tag kaum zuhause angekommen, ging es auch schon weiter, zum Schulball.

Und gestern habe ich zum ersten Mal wirklich heftig gemerkt, dass ich etwas vermisse, nur ist es kein Heimweh, eher Deutschweh. So habe ich wahrend des Schulballs (oder auch Formal) am Tisch zwischen Freunden gesessen, den amuesanten Ausfuehrungen der Schuelerin gelauscht, die das alles organisiert hatte, und geglaubt, jeden Augenblick muessten die Menschen um mich herum anfangen, Deutsch zu reden. Das Ganze war so bekannt und normal, dass ich einfach mit Deutsch gerechnet und gehofft habe, dass ich ich endlich einmal alles verstehe, selbst das Gemurmel am Nebentisch. Stattdessen muss ich mich immer noch auf alles konzentrieren, wenn auch weniger als vorher.

Gestern war also dieser Formal, auf den sich alle Maedchen stundenlang vorbereitet hatten, was mir immer noch etwas sinnlos vorkommt.

Einige (auf dem Foto nicht so gut getroffene) Exemplare duerft ihr hier bewundern, wobei ich die rechts mit den ungemachten Haaren (kein Friseurbesuch vorher mehr moeglich) bin, was ihr aber unschwer erkennenduerftet:

Ein wenig verloren fuehlt man sich schon zwischen Menschen, die sich seit fuenf oder vier Jahren kennen und eine andere Sprache sprechen, aber insgesamt war das Ganze recht nett, vor allem wegen des vorzueglichen Essens (da in Vier-Sterne-Hotel). Danach ging es in anderem und wesentlich bequemeren Outfit noch zur After-Party eines Klassenkameraden, wo ich dann aus Langeweile mir von jemandem habe Boxen beibringen lassen und um etwa 4 Uhr per Taxi verschwunden bin. Beschwerden ob meines Lebensstils (hoehoe) bitte an eine andere Adresse.

Die Woche davor war kaum der Rede wert, obwohl natuerlich gut wie immer. Naechste Woche darf ich ohne Katharinas Unterstuetzung zur Schule gehen, denn ihre Gastfamilie hat sich spontan dazu entschlossen, eine Woche zu frueh in den Urlaub zu fahren. Und uebernaechste Woche, ja dann, dann sind Ferien! …wenn auch nur zwei Wochen.

Erklaerung abgeschlossen, man sieht sich!

Lina

Ahoy!

Waere alles glatt gegangen, haetten wir jetzt vier neue Fische im Aquarium, genannt The Beatles, aber aus ungeklaerten Gruenden haben sich zwei davon ziemlich schnell verabschiedet. Die schlechten Witze, von wegen das waeren ja dann wohl John und George, haben wir schon hinter uns. Den anderen geht es trotzdem recht gut und gegen Vorlage des Kassenbons (und der eingefrorenen Leichen) bekommen wir sogar Ersatz.

Letzte Woche war ich meist krank, sodass ich den groessten Teil des Tages auf dem Sofa sitzend, Tee trinkend, lesend oder aus dem Fenster starrend verbracht habe, was uebrigens gar nicht mal so schlecht war. Eine nette Pause, aber bitte nicht mehr zu verlaengern.

Heute war ich zum ersten Mal wieder in der Schule, es ist Pruefungswoche und gestern hatte ich keine zu schreiben. Heute war ich auch nur fuer etwa dreissig Minuten da, um den einen Economics-Teil zu bearbeiten, den ich miterlebt habe. Morgen werden es dann zwei Pruefungen, vormittags und nachmittags. Da ich bei beiden wieder nur einen Teil mitschreibe, werde ich dazwischen wahrscheinlich sehr viel Zeit haben, den ich hoffentlich in meiner form class am PC verbringe, was auch immer ich da tun sollte. Mathe und Geschichte – das eine verteufelt kompliziert und das andere… nicht gerade mein Fach.

Der schon im Titel genannte Ort Nga Manu ist ein Naturreservat mit allen moeglichen einheimischen Voegeln, viel zu vielen Enten, schwarzen Schwaenen und anderthalb Meter langen Aalen, die wir bei der (uebrigens faszinierenden) Fuetterung miterlebt haben.  Ich war dort mit meiner Familie am Sonntag und u.a. im Kea-Gehege, aber -ganz entgegen anderer und meiner Erwartungen- waren diese ziemlich still. Sie sind dafuer bekannt, dass sie jeden Neuling eindringlich untersuchen und ohne Scheu losen Schmuck und Essen klauen, falls sich eine Gelegenheit ergibt.   Auch wenn sie diesmal nicht auf mir herumhuepften, eine aehnliche aber freundlichere Vogelart namens Kaka tat es. Leider war er wieder von meinem Kopf herunter, bevor meine Gastmutter ein Foto machen konnte, aber von ihr und ihrer Tochter habe ich eins.

Naechsten Samstag werde ich mit meiner Gastmutter eine Nachbarin besuchen, die wir beide nicht wirklich kennen, die aber mit einer bekannteren Nachbarin zu Besuch gekommen ist und angemeldet hat, dass auch bei ihr eine deutsche Austauschschuelerin wohnt, die aber auf die Wellington High geht. So weit, so gut.

…Und vielleicht (leider bin ich mir wirklich nicht sicher) darf ich bald einen Tag zur Farm der Familie eines anderen Nachbarn (Ja, hier hat man viel mit Nachbarn zu tun) und neugeborene Laemmer streicheln. Vielleicht helfe ich auch bei etwas anderem, das ich nicht ganz verstanden habe, dass aber aufjedenfall recht blutig und unappetitlich ablaeuft.    …Aber ich bin ja nicht sensibel! Glaube ich zumindest.

Das war der neueste Stand! Das naechste Mal werde ich versuchen, euch weiter mit Fotos zu besorgen..

Ich hoffe mal, der Sommer laesst sich bei euch noch einmal blicken… hier hat am 1. September (nur offiziell) der Fruehling angefangen.

Lina

Guten Morgen, Deutschland (und Italien)!

Das Wetter hier scheint wieder recht stabil, vormittags scheint meistens die Sonne und nachmittags wird es etwas dunkler und grauer.

Heute durften meine Gastfamilie und ich uns ueber einen neunkoepfigen Familienzuwachs freuen. Nach langer Zeit der Vorbereitung und freudigen Erwartung seitens Eleanor, besitzen wir nun einen Neon Dwarf Gourami namens Mitsufishi, sechs Glowlight Tetras ohne einzelne Namen, nur mit der Gruppenbezeichnung The Eagles, und zwei Platies (Gold Wag und Red Wag), die ich mir aussuchen und auch benennen durfte, namens Thomas und Jonathan. An dem Hintergrundbild fuer das Aquarium habe ich die letzten zwei Wochen im Kunstunterricht gesessen.

Wir sind dementsprechend alle sehr stolz auf uns und einander und scheinen bisher -ganz im Gegensatz zu Frodo, der den Fischen die kalte Schulter zeigt- ein immenses Vergnuegen daran zu entwickeln, vor dem Aquarium zu sitzen und ihnen zuzusehen.

Auf dem Weg nach Wellington, zum grossen Pet Store, ist mir einmal mehr aufgefallen, dass ich einfach einmal zwischendurch aus dem Auto aussteigen und die faszinierende Huegellandschaft fotografieren sollte, sobald sich ein gutes Motiv ergibt. Nah am Wasser oder direkt auf der einen grossen Autobahn zu sein, ist hier die einzige Moeglichkeit, nicht schief zu stehen. Und direkt neben diesen Ebenen ragt es gleich gruen (und mitunter wollweiss gesprenkelt) hoch…

Aber das meiste an Landschaft ist hier Privatbesitz und, wenn man nicht gerade in der Wohngegend ist, ist es verboten, die Huegel ungebeten zu betreten.

Anderes Thema: Meine Englischlehrerin hat es sich in den Kopf gesetzt, mich so viel wie moeglich an der Arbeit der Klasse, d.h. an den Abschlussarbeiten, teilhaben zu lassen, was mir Pflichtlektuere wie Lord of the flies und Children of men und mehrere Essays ueber Themen wie ‘New Zealand society and Maori culture today’ einbringt, und mich noetigt, mich bei allen anderen freiwilligen Lektueren mit dem Thema ‘Outsider’ -ebenfalls schriftlich- auseinanderzusetzen. Und das alles, damit mir am Ende die Bestaetigung meiner Leistung nichts bringt. …Immerhin freut sie sich, dass ich Jane Austen lese.

Ausserdem moechte ich in diesem Eintrag auch noch Anna-Lena erwaehnen, auf ihren Wunsch hin. Aber das habe ich ja eigentlich schon im Titel getan… perfekt!

So long!

Lina

Ahoy da draussen!

Der Titel sagt schon so einiges…

Gestern hat fuer all die gluecklichen Menschen, die in NRW leben, endlich die Schule auch wieder angefangen, womit wir dann in einem Boot sitzen.

Aber wo bin ich?

Zur Zeit laeuft alles seinen recht geregelten Gang. Ich werde im Alltag der Menschen, denen ich regelmaessig begegne, akzeptiert, ich folge dem Unterricht so gut ich kann, bisher habe ich mich schon einige Male mit Schulfreunden verabredet und das Wetter bleibt weiter unbestaendig. Ich bin angekommen. Mal sehen, ob das so bleibt.

Vor ein paar Tagen ist mir das erste Mal wirklich bewusst geworden, dass es gestern oder morgen (je nachdem, ob man ab Abflug oder Ankunft rechnet) schon vier Wochen sind. Die sind eindeutig viel zu schnell vorbeigegangen. Deswegen lautet mein liebenswerter Vorsatz fuer die naechsten Monate (denn aufeinmal sind es ja gar nicht mehr so viele), jeden Tag vollends auszunutzen, zu geniessen und ja dafuer zu sorgen, dass er nicht zu schnell vorbei geht. Wobei sich das bei meinem Tagesablauf etwas schwierig gestaltet.

Hier ein paar Fotos, ausgesucht aus denen, die ich bisher bei photobucket hochladen konnte :

Meine form class:

„Mein“ Haus:

…das auf einem der zahlreichen Huegel steht:

Und ein Teil des Wohnzimmers mit meinem Gastbruder:

So… das war’s dann auch schon wieder. Demnaechst gibt’s bestimmt mehr und Spannenderes!

Lina

…war nicht das, was ich erwartet hatte, aber doch recht gelungen.

Angefangen hat mein Ausflug mit stundenlangem Warten vor der Schule und stundenlangem Fahren im Van mit einigen Stops in irgendwelchen Kleinstaedten (solche, die praktisch nur aus aneinandergereihten Haeusern an einer grossen Strasse bestehen) auf dem Weg – alle in Besitz einer Tankstelle und einer Burgerking- und einer KFC-Filiale. Sehr viel Geographie haben wir nicht mitbekommen, aber bis wir zum ersten Mal einen schneebedeckten Gipfel am Horizont sahen war das Wetter schoen und die Schafe auf Unmengen von gruenen, kleinen aber steilen Huegeln am Rand der Strasse zahlreich.

Unsere Huetten waren wirklich spartanisch, wie angekuendigt, aber einige Mitreisende waren trotzdem ob der tatsaechlichen Lage ueberrascht. Und mir war es recht egal, denn der Heizstrahler brauchte nicht lange und wir waren sowieso fast nur zum Schlafen dort. Am Abend fuhr die ganze Bagage noch zu einem „Hot Pool“ in der Naehe, der nicht natuerlich, aber ziemlich (ent)spannend war. Bis wir dort ankamen, irrte unser Van noch eine Viertelstunde lang in der (wirklich nicht sehr ergiebigen, aber immerhin stockdunklen) Umgebung herum, weil Mr Huston absolut keine Ahnung hatte, wohin wir mussten, das aber erst nach etwa zehn Minuten bemerkte.

Am folgenden Tag stiegen wir um auf Plan B, weil der Berg geschlossen war, und besuchten eine Kletterwand und ein Schwimmbad. Abends dann Kino mit freier Filmwahl, wobei alle bis auf zwei den neuen Batman-Film (The Dark Knight) sahen, der uebrigens wirklich gut ist, sofern ich das beurteilen kann. Aber da alle moeglichen Kritiker (u.A. im neuseelaendischen Fernsehen) dasselbe sagen, bin ich mir einfach mal sicher.

Donnerstag -Oh Wunder- war der Berg schon wieder geschlossen und die zaghafte Ueberlegung, ob man nicht wenigstens zum Fuss fahren und ein wenig Schnee sehen koennte, wurde durch die Blizzard-Warnung und den sowieso am Parkplatz nicht vorhandenen Schnee schnell ad acta gelegt. Also beschloss man, nach Rotorua zu fahren, was mich als Tourist selbstverstaendlich freute. Das Heim der heissen Quellen. Dort fuhren wir bei seltsamerweise sehr ahnsehnlichem Wetter (die Tage davor hatte es ohne Unterbrechung geregnet) auf sogenannten Luges, einer Art lenkbaren Rodelschlitten fuer den Sommer, einen Berg oder eher grossen Huegel hinunter. Laut eines Schildes immerhin die erste Installation dieser Art auf der Welt… Und spaeter besuchten wir in Rotorua ein wirkliches Thermalbad (Polynesian Spa) mit Schwefeldaempfen und allem Drum und Dran und liessen den Abend mit Gesellschaftsspielen in geselliger Runde und im Gemeinschaftsraum ausklingen.

Der naechste Tag war durch die Rueckfahrt bestimmt, mit recht langer Pause am Gravity Canyon. Dort haette ich eigentlich die Moeglichkeit gehabt, einmal Bungee Jumping auszuprobieren, aber auch hier war durch das schlechte Wetter (und den dadurch zu stark angeschwollenen Fluss unten im Canyon) das nicht moeglich. Ich haette eine Art riesige Schaukel benutzen koennen, aber dann wollte ich doch kein Geld ausgeben.

So gesamt betrachtet bin ich also zu einem Ski-Ausflug aufgebrochen, ohne Ski zu fahren (solch einen Sturm, von dem wir selbst ja nicht einmal wirklich etwas mitbekommen haben, haette niemand vorraussehen koennen), aber habe wirklich nette Menschen aus meiner Stufe kennen gelernt, vor allem durch das Spielen von Backgammon und -auf der Rueckfahrt im Van mit einem Snowboard als Tisch- einem Kartenspiel mit dem netten Namen The President and the A***ole.

Solche Ausfluege sind wie geschaffen dafuer, irgendwen kennen zu lernen, weil man immer auf irgendeine Art und Weise mit irgendjemandem zufaellig zusammengepfercht wird. Glaube ich.

Also… I’m looking forward to going back to school tomorrow.

Lina

So, da bin ich wieder einmal!

Wenn auch nicht gerade lang und ausgiebig (Kann man ausgiebig da sein?), aber ich werde mein Bestes geben… wie immer meistens haeufig.

Morgen frueh, puenktlich zum regulaeren Unterrichtsbeginn (8:45), werde ich vor dem College in einen Van steigen und dort vorraussichtlich fuer die naechsten sechs Stunden bleiben. Die Schule hat naemlich vor, 70 Schueler in einem Reisebus und zahlreichen Vans unterzubringen, was doch in gewisser Weise sehr kreativ ist. Katharina und ich wurden schon im Voraus in den Van Mr. Hustons, des Deputy Principals, eingeladen, weil er uns ueber die verschiedenen Gegenden aufklaeren moechte, durch die wir fahren.

Ja, das klingt nicht nach kleinen Spielen, Lesen, Musik hoeren oder schlafen waehrend der Fahrt, aber wenigstens mit Essen hat er kein Problem. Das tut er auch sehr gerne vor uns. Sein Yogurt ist bei Personal und Schuelerschaft schon beruehmt-beruechtigt.

Den „schwersten Sturm Neuseelands seit etlichen Jahren“ haben wir ueberstanden ohne wirklich betroffen gewesen zu sein. Heute war -mal wieder- herrliches Wetter und es sollte schoener neuer Schnee liegen, aber nachdem, was ich so verstande habe, vermuten Wetterexperten einen noch viel heftigeren Sturm in den naechsten Tagen, obwohl sich das zugehoerige Tief noch nicht einmal gebildet hat. Wie dem auch sei… es wird sicher spassig.

Vorraussichtlich bis zum Wochenende. Wenn nicht, sind wir entweder stecken geblieben, liege ich im Krankenhaus, habe ich den Schlbus nach hause am Freitag verpasst oder bin ich einfach zu faul.

Lina

Tadaaa!

Guten Morgen. Und wieder habe ich die Sonne aufgehen sehen, bevor ihr das tun konntet.

Heute wurden -wie anscheinend staendig- meine Gastschwester und ich nach der Haelfte der Strecke zur Schule aus dem Auto geschubst und durften einige Huegel ueberwinden, bevor wir mit tauben Haenden und Gesichtern in die Waerme und Windgeschuetztheit der Schule durften. Es windete. Sehr stark. Und damit meine ich sehr sehr stark. Aber zurueck zu meiner Schule, bei der wir ja eigentlich schon angekommen sind:

Ich habe sechs Faecher und fuenf Stunden pro Tag. Das Ganze laeuft nach einem 6-Tage-Rhythmus und jedes Fach wird am naechsten Tag in der darauffolgenden Stunde unterrichtet. Recht einfach, wenn man es sich ueberlegt. Auch wenn ihr das jetzt natuerlich nicht unbedingt verstehen muesst. Heute hatten wir uebrigens Tag 1.

Meine Faecher sind EUE 3 (English for University Entrance, Level 3), MAC 3 (Mathematics Calculus, Level 3), HIS 2 (History, Level 2 usw.), ECO 3 (Economics), ART 3 (erklaert sich wohl von selbst) und MES 2 (Media Studies).

Letzteres ist ziemlich spassig. Fuer diesen Term (noch neun Wochen) muessen wir in Gruppen zu 2 oder 3 Leuten ein Musikvideo planen und schliesslich auch drehen. Wobei wir wirklich alles Moegliche wie Lied, Thema, Beleuchtung, Filter, Schnitte festgesetzt haben muessen, bevor uns unsere Lehrerin eine der teuren Kameras in die Hand drueckt. Spassig, ja, aber auch ziemlich anstrengend.

In EUE geht es vornehmlich darum, Essays zu verschiedenen Themen zu schreiben, in Mathe machen wir Dinge, die wir noch nie gehabt haben und vom Vokabular her auch nicht wirklich nachvollziehen koennen (mein Albtraum! …aber es geht), in Geschichte und Economics gerade nichts weil mitten in Gruppenarbeit und in Kunst auch nicht wirklich etwas, weil alle Schueler Verschiedenes tun, dass dann spaeter irgendwie benotet wird. Und da ich nicht benotet werde oder nicht darauf hinarbeite, sitze ich herum, zeichne irgendetwas und werde wohl frueher oder spaeter die beeindruckenden Moeglichkeiten der Ausstattung des Kunstraumes nutzen. So… aus Spass.

Obwohl uns gegenueber schon mehrmals betont wurde, dass die Schule kein Geld habe, dass soviel der Erneuerung beduerfe, ist sie doch gegenueber dem Standard, den ich gewohnt bin, sehr gut ausgestattet. In wirklich jedem Raum, selbst im -wie gesagt, ueppig ausgestatteten- Kunstraum, in dem ich mit anderen gerne meine (Ess-)Pausen verbringe, sind mindestens fuenf Computer mit Internetzugang installiert. Es gibt eine Buecherei, in der ich unterrichtsbedingt auch haeufig bin, alle moeglichen Fachraeume, ein grosses Gebaeude nur fuer das Sekretariat und das ziemlich gemuetliche Lehrerzimmer (mit zwei riesigen Bildschirmen fuer Konferenzen) und jeder Klassenraum hat neben den obligatorischen PCs eine (saubere!) Leinwand und einen fest installierten Beamer. In Raeumen wie dem MES-Raum, in denen nicht viel Platz ist, liegen Notebooks.

Die einzigen Dinge, die ich bemaengeln koennte, sind die fehlende Sauberkeit in den Gaengen, die aber durch Schueler jeden Morgen erneut hervorgerufen wird, und… die viel zu kleinen Stuehle, die meist auch noch aus Plastik und unbequem sind.

Zur Zeit ist niemand ausser mir und dem Kater Frodo zuhause. Und ich denke, ich ueberlasse euch dann auch so langsam eurem Schicksal.

Am Wochenende geht’s einmal wieder nach Wellington und von Dienstag bis Freitag bin ich mit meiner Stufe am Kratersee Taupo Ski fahren… Die Hauptinformation aller beteiligten Lehrer war: Es wird kalt! …Aber das bin ich ja gewoehnt, nicht wahr?

Lina

Guten Tag, die Damen und Herren,

heute war -wie nicht kompliziert zu errechnen- mein erster Schultag. Auch wenn es nicht mein erster Unterrichtstag war, denn auf Unterricht muss ich wohl noch ein wenig warten, durfte ich immerhin schon das bzw. die Schulgebaeude bewundern. Irgendwie haesslich, eckig und dreckig; aber herrlich anzuschauen bei 5 Grad, strahlendem Sonnenschein und einem atemberaubenden Blick auf die Huegel, die Bucht und weiter hinten das Meer.

Im Office und bei voelliger Ratlosigkeit liefen mir dann vier andere deutsche Schueler ueber den Weg, mit denen ich auch den gesamten Schultag verbringen sollte. Sophie, Marian, Katharina und Tim, Alter von 14 bis 17 in dieser Reihenfolge, was ich doch ueberraschend finde. Wie kommt die -wenn auch nicht gerade zartbesaitete- 14-jaehrige Sophie dazu, fuer ein halbes Jahr nach Neuseeland zu gehen? So ganz konnte sie mir das auch nicht beantworten…

Ein anfangs sehr netter. spaeter etwas ungeduldiger und durchgehend undeutlich sprechender stellv. Direktor begruesste und informierte uns und teilte uns ein. Zwischendurch verschwand er fuer zwei Stunden, die eigentlich nur fuenf Minuten sein sollten, und liess uns in der schuleigenen Buecherei so lange allein, bis sich eine Dame unser erbarmte und uns Vokabeltests vorlegte, die verschiedene Wortschaetze, von 2000 bis zu 10000 Woertern, umspannten und dementsprechend rasant im Niveau anstiegen. Von „horse“ bis zu „saliva“. Und weiter.

Nach der Mittagspause, die die andere 16-Jaehrige und ich im Kunstraum beim emsigen Schlemmen mit fremden aber hoechst freundlichen Personen verbrachten, die Tage zuvor eine andere Deutsche verabschiedet hatten, ging es mit einem Test unseres schriftlichen Koennens weiter. Der nette stellvertretende Direktor gesellte sich erst fuenf Minuten vor Schulschluss zu uns, was dazu fuehrte, dass ich die Fehler, die er in meinem Stundenplan gemacht hat, leider erst morgen mit seiner Hilfe ausbuegeln muss.

Keine Ahnung, was ich morgen eigentlich tun soll, aber … bis dann!

Lina

Guten Abend bzw. euch einen guten Morgen.

Hier bin ich nun… Und versuche, meine bisherigen Eindruecke moeglichst detailgetreu zu verarbeiten. Ausserdem habe ich auch Probleme mit dieser Tastatur, aber was will man Anderes erwarten?

Der Flug war -wie unschwer festzustellen- lang und nicht gerade spannend, obwohl sich waehrend der ersten Haelfte der Blick nach draussen so gut wie immer lohnte. Gleissendes Sonnenlicht, blauer Himmel und die Wolkendecke irgendwo unter einem. Aber das ist ja nichts Besonderes.

In London habe ich einige andere getroffen, die ebenfalls mit AIFS nach Neuseeland gehen, dabei aber das „Work&Travel“ Angebot nutzen. Wie ein Maedchen namens Wiebke meinte: „Das ist toll. Kaum sieht man die blauen T-Shirts, schon fuehlt man sich gut aufgehoben.“… Wir sassen aber alle recht weit auseinander und konnten so die Stunden ueber Stunden Flug alleine geniessen.

Von Amerika habe ich auch nicht viel gesehen, ausser gelegentlich ein paar beeindruckenden Bergen, falls die Wolkendecke aufriss. Dann begann auch  die zweite Haelfte des Fluges, die, die wir in absoluter Dunkelheit zuruecklegten.

Nach einer ganzen Weile, mehreren unverstaendlichen Durchsagen und ziemlich komplizieretn wiederholten Pass- und Gepaeckkontrollen war ich dann in Wellington und wurde ziemlich unspektakulaer von Robyn Ash, der Ansprechpartnerin meiner Schule, abgeholt und in das naechste Taxi verfrachtet. Ich war hellwach. Fragt mich nicht, warum.

Meine Gastfamilie ist bisher faszinierend unkompliziert, die Umgebung absolut entzueckend und das Wetter unfassbar winterlich. Es ist nicht wirklich kalt, nur kaelter und eben zweifelsfrei winterlich. Das groesste Problem ist die Feuchtigkeit… und das allergroesste die nichtexistente Heizung… hier in Neuseeland hat man nunmal keine. Und die naechsten Monate werde ich wohl immer als erstes morgens den kleinen Heizstrahler am anderen Ende des Zimmers anmachen und meine Socken darauf deponieren. Dann sind wenigstens diese trocken, wenn ich sie spaeter anziehe.

Wie auch fast zu erwarten, laesst sich die Natur hier nicht vom Wetter beeindrucken. Es gibt alle moeglichen und mitunter sehr kuriosen Arten an Voegeln, alles gruent und blueht schon oder noch und erst heute sind drei Hummeln an mir vorbeigesummt.

Bisher ist das Leben hier noch sehr geruhsam und ich radebreche so vor mich hin. Durch meine Gastgeschwister habe ich ‘Doctor Who’ kennengelernt. Heute waren wir in Wellington, wir essen und gehen spazieren, wir essen und sehen fern, wir sitzen am PC. Aber nicht sehr ausgiebig. Ich warte auf die Schule… es verstoert mich ein wenig, es zuzugeben, aber das Leben hier kennenlernen kann man wohl nur im Schulalltag. Helau.

Morgen sind wir bei Nachbarn eingeladen…

Lina

Guten Abend…

So geht das, so geht das… vor allem geht’s morgen los. Und so wirklich realisiert habe ich es wohl immer noch nicht.

Also dann, auf ein tolles halbes Jahr, viel zu lernen und zu begreifen und auf… die Menschen, die hier ihr Leben leben sowieso.

Ich werde sehen, wann ich mich melden und berichten kann.

Lina

 

November 2009
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