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Hier, wie schon angekündigt, der Christchurch-Teil:

Eleanor, Adele und Jeremy an Eleanors 14tem Geburtstag.

Eine sehr fotogene Allee in der Nähe des Hauses der Mutter meiner Gastmutter.

(Fast) Alle in der Küche, dem Haupttreffpunkt in Christchurch. Von Links: Jeremy, Lewis (Scillas Sohn), Scilla (Adeles Schwester), Ich, Eleanor, Jillian (Adeles Mutter), Isabella (Scillas Tochter).

Adam, Scillas Mann, mein Frisör und etwas kamerascheu.

Jillian, Adele und ich am Strand. (Braune Arme, weiße Beine)


Auf einem Spaziergang über die Hügel Kaikouras.

Eines meiner Lieblingsbilder.

Die Aussicht vom Balkon des Ehepaares, bei dem wir übernachtet haben.

Die erste Übernachtungshütte auf dem Banks Peninsula Walk.

Pinguinjunges aus einer der kleinen Holzhütten, die der Inhaber der Hütte am zweiten Abend baut, um die in der Bucht lebenden Tiere zu unterstützen.

Klippen der Flea Bay im Hintergrund.

Auch durch Buchen- und Farnwälder ging’s. Hier zum Glück nur mit leichtem Gepäck.

Eine der Hütten am dritten Tag und Adele. Wir waren immer die Ersten und konnten so die heißeste Zeit des Tages im Schatten und mit Wasserversorgung verbringen.

Da gab es so einige Wasserfälle…

Meine Gastmutter fotografiert Pompey’s Pillar.

Sea Arch.

Parachute Festival in Hamilton – Hauptbühne von unserem Zeltplatz aus.

Am Wellington Airport kurz vor meinem Abflug. Es ist so 8:30 abends und immer noch hell… Tja.
Das war’s, meine Lieben. Das ist mein gesamtes halbes Jahr ungenügend auf einige Fotos zusammengefasst. Und das war’s damit auch von mir und diesem Blog. Es kann natürlich sein, dass ihr euch einige Beiträge noch einmal ansehen wollt (warum auch immer), aber diese Seite wird auch noch eine Weile online sein. Bis zum nächstenAusflug in ein anderes Land!
Lina
Wie versprochen, ein (recht umfangreicher) Ausflug nach Neuseeland in Bildern:

Im Flugzeug.

Grönland von oben.

Die Küche.

Living room scene with cat.

Eleanor bei einer ihrer Lieblingsbeschäftigungen.

Kilometerlange, einspurige Bergstraße. Oft neblig.

Baumfarne im Mt Bruce Nature Reserve.

Der Kaka mag meine Gastmutter.

Anderthalb Meter lange Aale zur Fütterungszeit im Nga Manu Nature Reserve. Wer mal bei mir vorbeischaut, bekommt das kurze Video zu sehen.

Das Meer.

Die dem Meer abgewandte Seite.

Der Wanderweg gegenüber.

Am Wegrand entdeckt.

Porirua City im Hintergrund.

Der Tag, an dem ich meinen ersten Sonnenbrand bekam.

So sehen Neuseelands Hügel aus.

Jeremy am Strand.

Kat, Anne und Polly am Aotea College.

Am Gravity Canyon.

Auffallendes Polizeiauto.

Eleanor.

Sicht vom Wellington Harbour.
Der nächste Teil wird nur von Christchurch und den letzten Tagen handeln.
Take care
Lina
Hallo.
Seit knapp acht Wochen bin ich jetzt schon wieder in Deutschland.
Viel ist nicht passiert. Ich bin angekommen, habe meine Freunde und Verwandte wieder gesehen, habe versucht, mich einzuleben, und alle fälligen Klausuren geschrieben. Sonst ist alles wieder wie eh und je. Und das ist das Stichwort.
Wie eigentlich schon vorausgesehen, erscheint es mir hier, als hätte sich so überhaupt gar nichts gändert. In der Schule und zuhause ist es dasselbe wie vorher, nur dass ich zwischendurch nicht dieselben Erinnerungen habe. Es ist, als wäre ich nie weggewesen, als wäre ich in eine Zeitmaschine gestiegen und hätte genau einen Tag nach meinem Abflug wieder angesetzt. Nur ist/war es hier Winter.
Neuseeland an sich ist eine sehr unwirkliche Erinnerung. Selbst das regelmäßige Schreiben mit meiner Gastfamilie und meinen Freunden dort nimmt ihr nichts von ihrem Irrealen. Ich kann mich zwar noch an sehr Vieles erinnern, aber ich weiß nicht mehr, wie es war. Bis natürlich auf die Feststellungen, dass es toll war usw. Das ist aber wohl bei allen Erinnerungen so.
Ich kann -wie sicher schon viel zu vielen Leuten viel zu häufig gesagt- jedem nur empfehlen, einmal (oder mehrere Male) nach Neuseeland zu gehen oder den Schülern unter euch, ein Auslands(halb)jahr zu machen. Auch wenn ich mich selbst nicht wirklich verändert fühle, so hat sich doch meine Sicht verändert und ich kann mir das Leben auf der anderen Seite der Erde besser vorstellen. Ich durfte eine andere Welt kennenlernen und dafür bin ich dankbar.
Ob es mir, was mein Englisch angeht, etwas gebracht hat, bin ich mir nicht wirklich sicher. Selbstverständlich werde ich jetzt flüssiger sprechen können, aber im Englischunterricht selbst komme ich mir nicht klüger vor als vorher. Und auf viele der Übersetzungsfragen meiner Mitschüler weiß ich immer noch keine Antwort, wenn auch auf weniger als vorher.
Ich freue mich trotz der (verständlichen) Alltäglichkeit Deutschlands natürlich ebenfalls, wieder hier zu sein. Zur Zeit genieße ich es manchmal noch richtig, meinen Mitmenschen beim Normal-Sein zuzusehen. Nur die Leute, die noch im Ausland sind, hinterlassen eine kleine aber bemerkbare Lücke.
Ich möchte möglichst bald wieder nach Neuseeland, das ist klar. Nach dem Abi steht jetzt aber erst einmal ein Weltwärts-Jahr an. Zumindest stelle ich mir das so vor. Dann vielleicht ein Jahr meines Studiums in Neuseeland. Und dann die Weltherrschaft. So geht das.
Im nächsten Eintrag gibt es dann auch eine (wahrscheinlich recht umfangreiche) Fotoreihe.
Und um Hildegunst von Mythenmetz zu zitieren:
Und hier fängt die Geschichte an.
Lina
Hallo!
(= Christchurch Christmas)
So. Am Montag Nachmittag bin ich wieder in Wellington eingetrudelt und nach einigen Stunden Bus- und Shuttlefahrt waren Adele und ich endlich in der Kahu Road. Naja, was heisst „endlich“? Es war zwar schoen, all das Altbekannte wiederzusehen, aber ich haette Christchurch allemal vorgezogen. Es war sehr sonnig, sehr warm, sehr gelassen, mit Himbeeren an fast jedem Tag, Wasserschlachten, draussen essen, Bekannte und Verwandte besuchen, Fotos schiessen und alles in allem so, wie man sich schoene Sommerferien vorstellt. Die Familie Keown (voriger Name meiner Gastmutter) ist sehr nett, sehr gespraechig und liebt Essen. (Achtung! Punchline!) Ich habe mich sogleich zuhause gefuehlt.
Jetzt bin ich natuerlich umso trauriger, dass ich sie verlassen musste und zumindest fuer eine lange Zeit nicht mehr sehen werde (Eleanor bemerkte einmal, ich wuerde 30 sein, wenn ihre suesse Cousine Isabella so alt ist wie ich). Jetzt graut es mir davor, wie es erst sein wird, wenn ich meine Gastfamilie verlassen muss, mit der ich immerhin ein halbes Jahr lang mein und ihr Leben geteilt habe. Adele ueberlegt schon ernsthaft, ob sie wirklich weiter Schueler aufnehmen sollte, wenn sie sich dann nach einem halben oder sogar einem ganzen Jahr verabschieden muss. Ausserdem meint sie, sie koenne doch niemals mehr jemanden bekommen, der so perfekt hier hineinpasst wie ich, aber das nehme ich mal nicht ernst.
Unter anderem waren wir auch in einem Kuestenort namens Kaikoura, der mit den (schneebedeckten!) Bergen, die sozusagen direkt an das (tuerkisblaue!) Meer angrenzen, sehr beeindruckend ist, wenn auch ein wenig zu isoliert fuer meinen Geschmack. Deswegen habe ich beschlossen, mit einem moeglichen Haus dort noch bis zu meinem Rentenalter zu warten. Ja, ich habe grosse Plaene.
Die Wanderung ueber die Banks Peninsula war klasse. Die Aussicht war umwerfend, die Behausung recht gemuetlich und zwischendurch direkt auf der Schafweide (mit soviel Bloeken braucht man keinen Wecker um morgens um Sechs aufzuwachen), das Wetter war super und … nun ja… die tatsaechliche Wanderung war recht anstrengend. Der beste Moment jedes Tages war der, in dem man sich aufs Bett fallen liess und daran dachte, was man heute alles geschafft hatte und wieviel Tolles gesehen. Eines Abends stiessen alle Mitwanderer darauf an, dass wir in ein paar Wochen die Schmerzen vollkommen vergessen haben werden, das Erlebnis nicht. Das ist schon praktisch.
Also, Leute, lauft den Banks Peninsula Walk!
Weihnachten war recht unkonventionell, wie ich das ja schon einmal beschrieben habe. Silvester habe ich nicht wirklich erlebt. Ich war um Mitternacht fuer ein paar Minuten draussen und habe Knaller gehoert. Dann bin ich schlafen gegangen.
Und das waren meine drei Wochen Christchurch. Eigentlich noch viel mehr, aber wer will das schon lesen?
Ich hoffe, ihr seid gut ins neue Jahr gerutscht. Eleanor hat mich gezwungen, zum ersten Mal in meinem Leben offizielle gute Vorsaetze aufzuschreiben, sodass sie mich fuer den Rest des Jahres kontrollieren kann. Und ihr?
So lange ist es nicht mehr hin, bis ich im Winter friere, mich die Dunkelheit deprimiert und ich alle tollen Menschen wiedersehe. Das wird spannend.
Lina
Guten Tag!
Vor kurzem habe ich einmal wieder in den Heften, einzelnen Blaettern und all dem Muell gekramt, die bzw. der sich gerade auf meinem Schreibtisch befinden bzw. befindet (Wie bin ich denn zu diesen komplizierten Satz gekommen?), und dementsprechend ein wohlbekanntes Blatt ins Auge gefasst, dass ich von meiner Reiseorganisation bekommen habe. Es stellt die verschiedenen Stadien des Aufenthaltes da, die schwankenden Stimmungen. Auch wenn es bei mir -ehrlich gesagt- bisher so gar nicht so abgelaufen ist, habe ich beschlossen, wenigstens einem Punkt nachzugehen, der da ist „Aufzeigen der kulturellen Unterschiede“. Und das ist doch ganz praktisch, nicht wahr?
Okay, was ist ein Kiwi? Ein paar Eigenheiten, die mir so auffallen…
Neuseelaender gehoeren so lose zu Grossbritannien, benutzen die amerikanische Schreibweise bei Woertern wie neighbour bzw. neighbor, haben den Dollar als Waehrung, nennen Fussball football und soccer, haben gerade National zur fuehrenden Partei gewaehlt, sind aber sonst groesstenteils Pro Obama, besitzen so ungefaehr 10 Schafe pro Einwohner und haben den Geschmack der Briten geerbt.
Weihnachten ist weniger besinnlich als es in Deutschland vorgibt zu sein, was wahrscheinlich daran liegt, dass es im Sommer ist. Die geschmacklose Dekoration gibt es auch hier, wobei niemand auf die Idee kommt, Lichterketten zu benutzen, weil man die erst geniessen kann, wenn es dunkel ist. Und das dauert ja eine Weile. Weihnachtsbaeume gibt es auch kaum, wenn, dann hoechtens aus Plastik. Frueher gab es die uebernommene Tradition der Weihnachtsgans und des Plumpuddings, aber irgendwann fiel es jemandem auf, dass das nicht ganz so passt und jetzt grillt man eher im Garten.
Nicht nur Weihnachten ist weniger besinnlich. Sonntag ist fuer Supermaerkte etc. ein Tag wie jeder andere auch, dafuer machen die Laeden wochentags frueher Schluss.
Einwanderer aus irgendwelchen europaeischen Laendern sind hier genauso normal wie die vielen Asiatischstaemmigen und Pasifika. Man ist an Touristen gewoehnt.
Selbstverstaendlich gibt es die Maori. Sie leben groesstenteils in „sozialen Brennpunkten“. Wie z.B. Porirua. Letztens hat mir mein Gastbruder erzaehlt, ein Junge an seiner Schule waere der Enkel des letzten offiziellen „reinbluetigen“ Maori.
Eingeschult wird jedes Kind mit 5 Jahren und die Schule beginnt im Sommer, wie in Deutschland. Nur ist es hier insofern praktisch, dass man jedem Geburtsjahr recht einfach das Schuljahr zuordnen kann. Nicht wie unsere Elfer, die ‘91 und ‘92 geboren sein koennten.
Zum Essen kann (Ich wiederhole mich) gesagt werden, dass es sehr britisch ist, auch wenn Neuseelaender selbst einige Dinge entwickelt haben wie Pavlova und Hokey Pokey Ice cream. Diese beiden Dinge sind auch so ziemlich die einzigen, die ich zu schaetzen weiss. Andere Beispiele sind naemlich Vegemite und Marmite, Brotaufstriche aus Hefeextrakten, die niemand mag ausser den Neuseelaendern selbst. Sonst gibt es selbstverstaendlich Porridge (Ich zitiere meinen deutschen Schulleiter: „Ach ja, Porridge – das, von dem die Englaender Jahrzehnte lang dachten, es sei Fruehstueck. War’s aber nicht.“), zahlreiche Puddings, salzige Butter (amuesant mit Honig) und Roastbeef. Essen ist man sowieso sehr gerne auf Toast. Es ist fast egal, was genau es ist. Ei ist noch normal, Bohnen, Pilze, Spaghetti, Weingummi, Hackfleisch, Kartoffelbrei und in Scheiben geschnittene Erdbeeren (gezuckert oder gesalzen) weniger. Zumindest fuer mich.
Sonst sind sie freundliche, offene Menschen, die sehr stolz alles praesentieren, was ihr Land so leistet und fuer die Sportneuigkeiten eine halbe Stunde ihrer taeglichen Nachrichten reserviert haben. Selbstverstaendlich handelt der Grossteil von Rugby und Cricket. Fussball hat eine kleine, durchaus respektable Rolle.
Der Kiwihumor ist nicht unbedingt zu empfehlen. Immerhin hat Polly aus meiner form class mir ziemlich am Anfang beigebracht, warum sie den Deutschen dankbar ist. Wir haben laut ihr den Sarkasmus erfunden.
Mehrere kursive Woerter spaeter faellt mir fuer heute nichts mehr ein.
Indulge. Und lernt was draus.
Lina
Guten Tag!
Seit Mittwoch bin ich nun schullos und habe es (bisher) ziemlich genossen, wenn ich auch nicht damit zufrieden bin, nie mehr in diese Schule gehen zu koennen.
Am letzten Tag hatten meine Geschichtsklasse und spaeter auch meine Freunde beschlossen, Pizza zu bestellen um ein wenig zu feiern. Ein wenig ploetzlich kam dann, dass uns (nach einer Stunde Englisch, d.h. in der Buecherei lesen, und einer grossen Pause, denn am Mittwoch haben wir die erste Stunde frei) in der dritten Stunde erzaehlt wurde, wir koennten jetzt nach hause gehen. Zumindest den Elfern und Zwoelfern wurde das erzaehlt. Den Dreizehnern wurde offiziell der Titel „Schueler“ entzogen, sodass sie gar nicht mehr auf dem Schulgelaende sein durften. Nach einer Weile sind wir dann tatsaechlich zur Aotea Lagoon die Strasse hinunter verschwunden und haben die geplante Pizza bestellt. Dort geblieben sind wir bis irgendwann in der Mittagspause und ich bin fuer die letzte Stunde Geschichte wieder zurueck gegangen um noch einmal Pizza zu bekommen. Praktisch. Und leicht traurig, all diesen netten Menschen Tschuess zu sagen, wenn auch bei manchen nur bis irgendwann in den Ferien.
Abends war die Award-Verleihung, die mir ziemlih gefallen hat, auch wenn sie fuer manche wahrscheinlich langweilig war. Ausser zwei Menschen haben uebrigens alle Abschlusskandidaten Excellence in mindestens einem Fach, was ich schon recht erstaunlich finde. Top Scholar wurde jemand, der nur die drei Naturwissenschaften und die zwei angebotenen Arten von Mathe gewaehlt hatte. Er ist recht bekannt. Zumindest wird ihn jeder Oberstuefler kennen, wenn man ihn nach Geoffrey fragt, und sagen Ist das nicht das Genie?
Soeben habe ich durch eine Mail an meine Gastmutter mein Flugticket zurueck bekommen und weiss jetzt, dass ich am Samstag, den 31. Januar um 14:35 am Duesseldorfer Flughafen ankommen werde. Am Montag faengt dann das neue Schulhalbjahr an…
Es ist Viertel nach Sieben, meine Gastmutter gewinnt gegen meinen Gastbruder beim Schach und ich werde wohl noch einmal eine Stunde nach draussen und die Abendsonne geniessen gehen. Ich kann nicht glauben, dass November sein soll. Der einzige todsichere Beweis, dass es aufs Jahresende zugeht, ist der riesige geschmueckte Tannenbaum, der seit Ende Oktober in der Porirua Mall steht. Troestet euch also, die Neuseelaender machen das genauso!
Bis dann!
Lina
Ahoy!
Die Schule hat mich wieder, seit zwei Wochen und eigentlich auch nur noch fuer zwei Wochen. Ja, das stimmt. Ich habe nur noch zwei Wochen Schule. Dank der NCEA Exams (die ich nicht mitschreibe weil teuer und sinnlos) der Oberstufe ist der vierte Term des Jahres extrem verkuerzt: Vier Wochen Schule, dann zwei Wochen Examen, dann Ferien. Was ich in den fuer mich sechs zusaetzlichen Ferienwochen mache, weiss ich nicht – und zwar so gar nicht. Nachdem der Stress fuer die Schulabgaenger vorbei ist, treffe ich mich mit ein paar von ihnen, denke ich mal. Den Rest muss ich mir irgendwie verschoenern, zumal das Fahrrad, das ich su muehsam aufgepaeppelt habe, letztendlich doch nicht fahrbar ist.
Dementsprechend bin ich leicht melancholisch gestimmt. Ich werde das Aotea College samt Inhalt vermissen, trotz der vielen nervigen Dinge.
Sonst laeuft alles seinen geregelten Gang, gerade haben wir in Mathe ein neues und erstaunlich einfaches Thema angefangen, in Kunst unterhalte ich mich groesstenteils mit Ann, die gleichzeitig Fotographie hat, ueber unterschiedliche Kulturen, Economics finde ich immer faszinierender waehrend ich immer weniger verstehe und letztes Wochenende war ich in Lower Hutt und geschockt, wie… platt es dort ist. Und die Haeuser haben kein Obergeschoss und erinnern mich daran, wie ich mir immer die Haeuser in Tom Sawyer vorgestellt habe. Passenderweise habe ich mir dann auch dort von einer Freundin meiner Gastmutter Life on the Mississipi von Mark Twain ausgeliehen.
Gestern habe ich zum ersten Mal die beliebteste Schokoladenmarke hier ausprobiert und mochte sie ueberraschenderweise sehr gerne, obwohl es Vollmilch war. Ich weiss nicht, ob Cadbury die beste Schokolade der Welt macht wie Vanessa behauptet (dafuer scheint mir da zuwenig Kakao drin zu sein), aber ich bin mir ziemlich sicher, dass sie zumindest die beste Schokoladenwerbung der Welt haben. Sie hat erstaunlich wenig mit Schokolade zu tun, es gibt sie schon seit ueber einem Jahr, sie laeuft immer noch im Fernsehen, und sie wird Arno bestimmt freuen:
In dem Sinne
oder in irgendeinem anderen
Lina
Guten Morgen, Deutschland (und Italien)!
Das Wetter hier scheint wieder recht stabil, vormittags scheint meistens die Sonne und nachmittags wird es etwas dunkler und grauer.
Heute durften meine Gastfamilie und ich uns ueber einen neunkoepfigen Familienzuwachs freuen. Nach langer Zeit der Vorbereitung und freudigen Erwartung seitens Eleanor, besitzen wir nun einen Neon Dwarf Gourami namens Mitsufishi, sechs Glowlight Tetras ohne einzelne Namen, nur mit der Gruppenbezeichnung The Eagles, und zwei Platies (Gold Wag und Red Wag), die ich mir aussuchen und auch benennen durfte, namens Thomas und Jonathan. An dem Hintergrundbild fuer das Aquarium habe ich die letzten zwei Wochen im Kunstunterricht gesessen.
Wir sind dementsprechend alle sehr stolz auf uns und einander und scheinen bisher -ganz im Gegensatz zu Frodo, der den Fischen die kalte Schulter zeigt- ein immenses Vergnuegen daran zu entwickeln, vor dem Aquarium zu sitzen und ihnen zuzusehen.
Auf dem Weg nach Wellington, zum grossen Pet Store, ist mir einmal mehr aufgefallen, dass ich einfach einmal zwischendurch aus dem Auto aussteigen und die faszinierende Huegellandschaft fotografieren sollte, sobald sich ein gutes Motiv ergibt. Nah am Wasser oder direkt auf der einen grossen Autobahn zu sein, ist hier die einzige Moeglichkeit, nicht schief zu stehen. Und direkt neben diesen Ebenen ragt es gleich gruen (und mitunter wollweiss gesprenkelt) hoch…
Aber das meiste an Landschaft ist hier Privatbesitz und, wenn man nicht gerade in der Wohngegend ist, ist es verboten, die Huegel ungebeten zu betreten.
Anderes Thema: Meine Englischlehrerin hat es sich in den Kopf gesetzt, mich so viel wie moeglich an der Arbeit der Klasse, d.h. an den Abschlussarbeiten, teilhaben zu lassen, was mir Pflichtlektuere wie Lord of the flies und Children of men und mehrere Essays ueber Themen wie ‘New Zealand society and Maori culture today’ einbringt, und mich noetigt, mich bei allen anderen freiwilligen Lektueren mit dem Thema ‘Outsider’ -ebenfalls schriftlich- auseinanderzusetzen. Und das alles, damit mir am Ende die Bestaetigung meiner Leistung nichts bringt. …Immerhin freut sie sich, dass ich Jane Austen lese.
Ausserdem moechte ich in diesem Eintrag auch noch Anna-Lena erwaehnen, auf ihren Wunsch hin. Aber das habe ich ja eigentlich schon im Titel getan… perfekt!
So long!
Lina
…war nicht das, was ich erwartet hatte, aber doch recht gelungen.
Angefangen hat mein Ausflug mit stundenlangem Warten vor der Schule und stundenlangem Fahren im Van mit einigen Stops in irgendwelchen Kleinstaedten (solche, die praktisch nur aus aneinandergereihten Haeusern an einer grossen Strasse bestehen) auf dem Weg – alle in Besitz einer Tankstelle und einer Burgerking- und einer KFC-Filiale. Sehr viel Geographie haben wir nicht mitbekommen, aber bis wir zum ersten Mal einen schneebedeckten Gipfel am Horizont sahen war das Wetter schoen und die Schafe auf Unmengen von gruenen, kleinen aber steilen Huegeln am Rand der Strasse zahlreich.
Unsere Huetten waren wirklich spartanisch, wie angekuendigt, aber einige Mitreisende waren trotzdem ob der tatsaechlichen Lage ueberrascht. Und mir war es recht egal, denn der Heizstrahler brauchte nicht lange und wir waren sowieso fast nur zum Schlafen dort. Am Abend fuhr die ganze Bagage noch zu einem „Hot Pool“ in der Naehe, der nicht natuerlich, aber ziemlich (ent)spannend war. Bis wir dort ankamen, irrte unser Van noch eine Viertelstunde lang in der (wirklich nicht sehr ergiebigen, aber immerhin stockdunklen) Umgebung herum, weil Mr Huston absolut keine Ahnung hatte, wohin wir mussten, das aber erst nach etwa zehn Minuten bemerkte.
Am folgenden Tag stiegen wir um auf Plan B, weil der Berg geschlossen war, und besuchten eine Kletterwand und ein Schwimmbad. Abends dann Kino mit freier Filmwahl, wobei alle bis auf zwei den neuen Batman-Film (The Dark Knight) sahen, der uebrigens wirklich gut ist, sofern ich das beurteilen kann. Aber da alle moeglichen Kritiker (u.A. im neuseelaendischen Fernsehen) dasselbe sagen, bin ich mir einfach mal sicher.
Donnerstag -Oh Wunder- war der Berg schon wieder geschlossen und die zaghafte Ueberlegung, ob man nicht wenigstens zum Fuss fahren und ein wenig Schnee sehen koennte, wurde durch die Blizzard-Warnung und den sowieso am Parkplatz nicht vorhandenen Schnee schnell ad acta gelegt. Also beschloss man, nach Rotorua zu fahren, was mich als Tourist selbstverstaendlich freute. Das Heim der heissen Quellen. Dort fuhren wir bei seltsamerweise sehr ahnsehnlichem Wetter (die Tage davor hatte es ohne Unterbrechung geregnet) auf sogenannten Luges, einer Art lenkbaren Rodelschlitten fuer den Sommer, einen Berg oder eher grossen Huegel hinunter. Laut eines Schildes immerhin die erste Installation dieser Art auf der Welt… Und spaeter besuchten wir in Rotorua ein wirkliches Thermalbad (Polynesian Spa) mit Schwefeldaempfen und allem Drum und Dran und liessen den Abend mit Gesellschaftsspielen in geselliger Runde und im Gemeinschaftsraum ausklingen.
Der naechste Tag war durch die Rueckfahrt bestimmt, mit recht langer Pause am Gravity Canyon. Dort haette ich eigentlich die Moeglichkeit gehabt, einmal Bungee Jumping auszuprobieren, aber auch hier war durch das schlechte Wetter (und den dadurch zu stark angeschwollenen Fluss unten im Canyon) das nicht moeglich. Ich haette eine Art riesige Schaukel benutzen koennen, aber dann wollte ich doch kein Geld ausgeben.
So gesamt betrachtet bin ich also zu einem Ski-Ausflug aufgebrochen, ohne Ski zu fahren (solch einen Sturm, von dem wir selbst ja nicht einmal wirklich etwas mitbekommen haben, haette niemand vorraussehen koennen), aber habe wirklich nette Menschen aus meiner Stufe kennen gelernt, vor allem durch das Spielen von Backgammon und -auf der Rueckfahrt im Van mit einem Snowboard als Tisch- einem Kartenspiel mit dem netten Namen The President and the A***ole.
Solche Ausfluege sind wie geschaffen dafuer, irgendwen kennen zu lernen, weil man immer auf irgendeine Art und Weise mit irgendjemandem zufaellig zusammengepfercht wird. Glaube ich.
Also… I’m looking forward to going back to school tomorrow.
Lina
So, da bin ich wieder einmal!
Wenn auch nicht gerade lang und ausgiebig (Kann man ausgiebig da sein?), aber ich werde mein Bestes geben… wie immer meistens haeufig.
Morgen frueh, puenktlich zum regulaeren Unterrichtsbeginn (8:45), werde ich vor dem College in einen Van steigen und dort vorraussichtlich fuer die naechsten sechs Stunden bleiben. Die Schule hat naemlich vor, 70 Schueler in einem Reisebus und zahlreichen Vans unterzubringen, was doch in gewisser Weise sehr kreativ ist. Katharina und ich wurden schon im Voraus in den Van Mr. Hustons, des Deputy Principals, eingeladen, weil er uns ueber die verschiedenen Gegenden aufklaeren moechte, durch die wir fahren.
Ja, das klingt nicht nach kleinen Spielen, Lesen, Musik hoeren oder schlafen waehrend der Fahrt, aber wenigstens mit Essen hat er kein Problem. Das tut er auch sehr gerne vor uns. Sein Yogurt ist bei Personal und Schuelerschaft schon beruehmt-beruechtigt.
Den „schwersten Sturm Neuseelands seit etlichen Jahren“ haben wir ueberstanden ohne wirklich betroffen gewesen zu sein. Heute war -mal wieder- herrliches Wetter und es sollte schoener neuer Schnee liegen, aber nachdem, was ich so verstande habe, vermuten Wetterexperten einen noch viel heftigeren Sturm in den naechsten Tagen, obwohl sich das zugehoerige Tief noch nicht einmal gebildet hat. Wie dem auch sei… es wird sicher spassig.
Vorraussichtlich bis zum Wochenende. Wenn nicht, sind wir entweder stecken geblieben, liege ich im Krankenhaus, habe ich den Schlbus nach hause am Freitag verpasst oder bin ich einfach zu faul.
Lina
