You are currently browsing the category archive for the 'Tagtägliches' category.
Ahoy!
Die Schule hat mich wieder, seit zwei Wochen und eigentlich auch nur noch fuer zwei Wochen. Ja, das stimmt. Ich habe nur noch zwei Wochen Schule. Dank der NCEA Exams (die ich nicht mitschreibe weil teuer und sinnlos) der Oberstufe ist der vierte Term des Jahres extrem verkuerzt: Vier Wochen Schule, dann zwei Wochen Examen, dann Ferien. Was ich in den fuer mich sechs zusaetzlichen Ferienwochen mache, weiss ich nicht – und zwar so gar nicht. Nachdem der Stress fuer die Schulabgaenger vorbei ist, treffe ich mich mit ein paar von ihnen, denke ich mal. Den Rest muss ich mir irgendwie verschoenern, zumal das Fahrrad, das ich su muehsam aufgepaeppelt habe, letztendlich doch nicht fahrbar ist.
Dementsprechend bin ich leicht melancholisch gestimmt. Ich werde das Aotea College samt Inhalt vermissen, trotz der vielen nervigen Dinge.
Sonst laeuft alles seinen geregelten Gang, gerade haben wir in Mathe ein neues und erstaunlich einfaches Thema angefangen, in Kunst unterhalte ich mich groesstenteils mit Ann, die gleichzeitig Fotographie hat, ueber unterschiedliche Kulturen, Economics finde ich immer faszinierender waehrend ich immer weniger verstehe und letztes Wochenende war ich in Lower Hutt und geschockt, wie… platt es dort ist. Und die Haeuser haben kein Obergeschoss und erinnern mich daran, wie ich mir immer die Haeuser in Tom Sawyer vorgestellt habe. Passenderweise habe ich mir dann auch dort von einer Freundin meiner Gastmutter Life on the Mississipi von Mark Twain ausgeliehen.
Gestern habe ich zum ersten Mal die beliebteste Schokoladenmarke hier ausprobiert und mochte sie ueberraschenderweise sehr gerne, obwohl es Vollmilch war. Ich weiss nicht, ob Cadbury die beste Schokolade der Welt macht wie Vanessa behauptet (dafuer scheint mir da zuwenig Kakao drin zu sein), aber ich bin mir ziemlich sicher, dass sie zumindest die beste Schokoladenwerbung der Welt haben. Sie hat erstaunlich wenig mit Schokolade zu tun, es gibt sie schon seit ueber einem Jahr, sie laeuft immer noch im Fernsehen, und sie wird Arno bestimmt freuen:
In dem Sinne
oder in irgendeinem anderen
Lina
Guten Tag.
Nein, das tut sie nicht wirklich. Zumindest denke ich das. Nur war das ein beliebter Spruch den ich den Zwoelftklaesslern auf ihr Uniformshemd geschrieben habe. Der letzte Tag vor den Termferien war naemlich auch der letzte Tag, an dem sie ihre Uniform tragen mussten und so kamen ein paar auf die Idee, Unterschriften auf ihnen zu sammeln. Deutsch und Finnisch, die Sprachen der Austauschschueler, die ich so kenne, waren natuerlich sehr beliebt.
So, es sind also Ferien, schon deren zweite und letzte Woche und ich habe bisher Einiges getan, u.A. das Inlet umrundet, was immern auf so 10 km Umfang kommt und ein weiteres Naturreservat besucht, dass erheblich weiter entfernt ist, dafuer einen recht spannenden Hinweg hat (Es gibt nur eine einzige Strasse und die fuehrt ueber KIlometer auf und an steilen Bergwaenden entlang. Wenn ein Unfall passiert, denn dort ist es haeufig sehr neblig, faehrt man einen stundenlangen Umweg oder wartet stundenlang im Stau.. Nimmt sich nicht viel) und ungefaehr dieselbe Flora und Fauna bietet, nur besser und zahlreicher. Ich werde sehen, dass ich bald Fotos auftreibe.
Und was waere ein besserer Zeitpunkt als die Ferien, um mal ein wenig ins Detail zu gehen und meinen normalen Schulalltag hier zu beschreiben? — Das ist uebrigens eine rhetorische Frage. Danke.
Erstaunlicherweise quaele ich mich jeden Morgen richtig, um aus dem Bett zu kommen, obwohl das hier spaeter ist als zuhause. Um etwa 7 Uhr oder auch mal 7:30 stehe ich auf und schalte prompt meinen Heizstrahler aus, denn von da an bin ich fuer den Rest des Tages kaum noch in meinem Zimmer. Ich dusche oder auch nicht, wobei ich bei Ersterem nach dem Anschalten drei bis fuenf Minuten warten muss bis die Temperatur ertragbar ist. Ausserdem bin ich die Einzige im Haus, die einen Haartrockner benutzt. Wenn ich nach einer Weile von meinem Zimmer direkt neben der Garage die Treppe in den restlichen Wohnbereich hinaufgehe, sind Jeremy und Adele, meine Gastmutter, meist schon in der Kueche und beim Essen. Wenn nicht und wenn ich Hunger auf Porridge zum Fruehstueck habe, was fast jeden Tag so ist, frage ich beide, ob sie auch etwas haben wollen. Meistens heisst die Antwort Nein. Irgendwann und eigentlich viel zu spaet, d.h. so um fuenf nach 8, kommt dann auch Eleanor und zeigt sich jedes Mal begeistert, dass wir ihr die Aufgabe ueberlassen haben, das Licht im Aquarium anzuschalten und die Fische zu fuettern. Es kommt nicht selten vor, dass sie solange vorm Aquarium sitzt, bis wir so um Viertel nach Acht zum Aufbruch blasen und kein Fruehstueck ist.
Spaetestens um Zwanzig nach sitzen wir alle im Auto und Adele faehrt Eleanor und mich den halben Weg zur Schule. Wenn es stark regnet und sie gnaedig ist auch ein bisschen weiter. Dann faehrt sie zurueck, setzt Jeremy an seiner Schule ab, ueberquert die Kreuzung und steigt um Halb Neun in den Zug nach Wellington zur Arbeit. Eleanor und ich kommen ziemlich genau zu Schulbeginn an, der da ist um 8:45. Ich habe zum Beispiel am Montag nach den Ferien als erste Stunde (und Stunde heisst hier wirklich Stunde) Mathe, wo ich versuche, nicht einzuschlafen und gleichzeitig alle Aufgaben im Buch schnell genug zu erledigen und zu korrigieren, damit der Lehrer nicht auf die Idee kommt, mir irgendetwas erklaeren zu wollen. Das tut er naemlich gerne, auch wenn ich es richtig gemacht habe. Die Tatsache, dass ich Mathe in der ersten Stunde habe, heisst ausserdem, dass bequemerweise Englisch das Fach ist, das es an diesem Tag nicht gibt. Wie schon einmal erwaehnt: Es gibt sechs Faecher, fuenf Stunden jeden Tag und alles rueckt taeglich eine Stunde nach hinten.
Nach zwei Stunden gibt es das Interval, das ungefaehr eine halbe Stunde dauert, und nach der vierten die Lunch time. In beiden Pausen treffe ich mich mit anderen in einem der Kunstraeume und esse und quatsche. Nach Lunch time haben wir ausserdem zwanzig Minuten Form class bevor die naechste Stunde anfaengt. Wir sollten dann eigentlich irgendwelche wichtigen Ereignisse besprechen, aber die gibt es so gut wie nie, also nutzt die gesamte Klasse einfach die Vielzahl an PCs. Drei besondere davon werden immer gleich zu Anfang belegt, weil auf ihnen Ego-Shooter installiert sind.
Nach Ende der letzten Stunde beeile ich mich, wie fast die gesamte Schule, so bald wie moeglich zur Schulbushaltestelle zu kommen und noch einen Sitzplatz zu finden. Die Schule endet um 3:20, um kurz nach Halb bin ich zuhause und suche mir eine Banane oder ein Kaesesandwich um meinen Magen ein wenig zu fuellen. Meine Lunchbox ist naemlich schon nach dem Interval leer. Um 4 oder manchmal auch um 6 kommt meine Gastmutter nach hause. In der Zwischenzeit lassen wir Frodo herein, lese ich, spiele Karten oder sehe mit meinen Gastgeschwistern fern. Wenn Adele da ist, tun wir so ziemlich dasselbe, nur ist dann noch eine Person in der Kueche da, die eifrig fuer den Tea ,oder meinetwegen auch Dinner genannt, werkelt.
Nachdem wir gegessen habe, gehe ich nach unten in mein Zimmer, mache die Heizung gemeinsam mit meinem elctric blanket wieder an und renne schnell wieder nach oben, zurueck in die Waerme. Gemeinsam sehen wir die Nachrichten und trinken Kakao, der hier nur nach der Marke Milo genannt wird. Wir erzaehlen uns gegenseitig, wie unsere Tage so waren, was uns Lustiges in den Werbespots auffaellt und noch irgendetwas, bis wir dann alle muede werden, meist so um halb Zehn, und den gerade noch gemuetlich im Kissen schnurrenden Kater in die Kaelte hinausschmeissen. Wenn ich dann ins Bett gehe, ist mein Zimmer einigermassen angenehm, ist es unter der Bettdecke warm, schreibe ich vielleicht noch eine Postkarte und schlafe immer recht schnell ein, um dann am naechsten Morgen trotzdem wieder muede zu sein.
War das etwa langweilig? (:
Lina
Guten Morgen, Deutschland (und Italien)!
Das Wetter hier scheint wieder recht stabil, vormittags scheint meistens die Sonne und nachmittags wird es etwas dunkler und grauer.
Heute durften meine Gastfamilie und ich uns ueber einen neunkoepfigen Familienzuwachs freuen. Nach langer Zeit der Vorbereitung und freudigen Erwartung seitens Eleanor, besitzen wir nun einen Neon Dwarf Gourami namens Mitsufishi, sechs Glowlight Tetras ohne einzelne Namen, nur mit der Gruppenbezeichnung The Eagles, und zwei Platies (Gold Wag und Red Wag), die ich mir aussuchen und auch benennen durfte, namens Thomas und Jonathan. An dem Hintergrundbild fuer das Aquarium habe ich die letzten zwei Wochen im Kunstunterricht gesessen.
Wir sind dementsprechend alle sehr stolz auf uns und einander und scheinen bisher -ganz im Gegensatz zu Frodo, der den Fischen die kalte Schulter zeigt- ein immenses Vergnuegen daran zu entwickeln, vor dem Aquarium zu sitzen und ihnen zuzusehen.
Auf dem Weg nach Wellington, zum grossen Pet Store, ist mir einmal mehr aufgefallen, dass ich einfach einmal zwischendurch aus dem Auto aussteigen und die faszinierende Huegellandschaft fotografieren sollte, sobald sich ein gutes Motiv ergibt. Nah am Wasser oder direkt auf der einen grossen Autobahn zu sein, ist hier die einzige Moeglichkeit, nicht schief zu stehen. Und direkt neben diesen Ebenen ragt es gleich gruen (und mitunter wollweiss gesprenkelt) hoch…
Aber das meiste an Landschaft ist hier Privatbesitz und, wenn man nicht gerade in der Wohngegend ist, ist es verboten, die Huegel ungebeten zu betreten.
Anderes Thema: Meine Englischlehrerin hat es sich in den Kopf gesetzt, mich so viel wie moeglich an der Arbeit der Klasse, d.h. an den Abschlussarbeiten, teilhaben zu lassen, was mir Pflichtlektuere wie Lord of the flies und Children of men und mehrere Essays ueber Themen wie ‘New Zealand society and Maori culture today’ einbringt, und mich noetigt, mich bei allen anderen freiwilligen Lektueren mit dem Thema ‘Outsider’ -ebenfalls schriftlich- auseinanderzusetzen. Und das alles, damit mir am Ende die Bestaetigung meiner Leistung nichts bringt. …Immerhin freut sie sich, dass ich Jane Austen lese.
Ausserdem moechte ich in diesem Eintrag auch noch Anna-Lena erwaehnen, auf ihren Wunsch hin. Aber das habe ich ja eigentlich schon im Titel getan… perfekt!
So long!
Lina
Ahoy da draussen!
Der Titel sagt schon so einiges…
Gestern hat fuer all die gluecklichen Menschen, die in NRW leben, endlich die Schule auch wieder angefangen, womit wir dann in einem Boot sitzen.
Aber wo bin ich?
Zur Zeit laeuft alles seinen recht geregelten Gang. Ich werde im Alltag der Menschen, denen ich regelmaessig begegne, akzeptiert, ich folge dem Unterricht so gut ich kann, bisher habe ich mich schon einige Male mit Schulfreunden verabredet und das Wetter bleibt weiter unbestaendig. Ich bin angekommen. Mal sehen, ob das so bleibt.
Vor ein paar Tagen ist mir das erste Mal wirklich bewusst geworden, dass es gestern oder morgen (je nachdem, ob man ab Abflug oder Ankunft rechnet) schon vier Wochen sind. Die sind eindeutig viel zu schnell vorbeigegangen. Deswegen lautet mein liebenswerter Vorsatz fuer die naechsten Monate (denn aufeinmal sind es ja gar nicht mehr so viele), jeden Tag vollends auszunutzen, zu geniessen und ja dafuer zu sorgen, dass er nicht zu schnell vorbei geht. Wobei sich das bei meinem Tagesablauf etwas schwierig gestaltet.
Hier ein paar Fotos, ausgesucht aus denen, die ich bisher bei photobucket hochladen konnte :
Meine form class:

„Mein“ Haus:

…das auf einem der zahlreichen Huegel steht:
Und ein Teil des Wohnzimmers mit meinem Gastbruder:

So… das war’s dann auch schon wieder. Demnaechst gibt’s bestimmt mehr und Spannenderes!
Lina
Tadaaa!
Guten Morgen. Und wieder habe ich die Sonne aufgehen sehen, bevor ihr das tun konntet.
Heute wurden -wie anscheinend staendig- meine Gastschwester und ich nach der Haelfte der Strecke zur Schule aus dem Auto geschubst und durften einige Huegel ueberwinden, bevor wir mit tauben Haenden und Gesichtern in die Waerme und Windgeschuetztheit der Schule durften. Es windete. Sehr stark. Und damit meine ich sehr sehr stark. Aber zurueck zu meiner Schule, bei der wir ja eigentlich schon angekommen sind:
Ich habe sechs Faecher und fuenf Stunden pro Tag. Das Ganze laeuft nach einem 6-Tage-Rhythmus und jedes Fach wird am naechsten Tag in der darauffolgenden Stunde unterrichtet. Recht einfach, wenn man es sich ueberlegt. Auch wenn ihr das jetzt natuerlich nicht unbedingt verstehen muesst. Heute hatten wir uebrigens Tag 1.
Meine Faecher sind EUE 3 (English for University Entrance, Level 3), MAC 3 (Mathematics Calculus, Level 3), HIS 2 (History, Level 2 usw.), ECO 3 (Economics), ART 3 (erklaert sich wohl von selbst) und MES 2 (Media Studies).
Letzteres ist ziemlich spassig. Fuer diesen Term (noch neun Wochen) muessen wir in Gruppen zu 2 oder 3 Leuten ein Musikvideo planen und schliesslich auch drehen. Wobei wir wirklich alles Moegliche wie Lied, Thema, Beleuchtung, Filter, Schnitte festgesetzt haben muessen, bevor uns unsere Lehrerin eine der teuren Kameras in die Hand drueckt. Spassig, ja, aber auch ziemlich anstrengend.
In EUE geht es vornehmlich darum, Essays zu verschiedenen Themen zu schreiben, in Mathe machen wir Dinge, die wir noch nie gehabt haben und vom Vokabular her auch nicht wirklich nachvollziehen koennen (mein Albtraum! …aber es geht), in Geschichte und Economics gerade nichts weil mitten in Gruppenarbeit und in Kunst auch nicht wirklich etwas, weil alle Schueler Verschiedenes tun, dass dann spaeter irgendwie benotet wird. Und da ich nicht benotet werde oder nicht darauf hinarbeite, sitze ich herum, zeichne irgendetwas und werde wohl frueher oder spaeter die beeindruckenden Moeglichkeiten der Ausstattung des Kunstraumes nutzen. So… aus Spass.
Obwohl uns gegenueber schon mehrmals betont wurde, dass die Schule kein Geld habe, dass soviel der Erneuerung beduerfe, ist sie doch gegenueber dem Standard, den ich gewohnt bin, sehr gut ausgestattet. In wirklich jedem Raum, selbst im -wie gesagt, ueppig ausgestatteten- Kunstraum, in dem ich mit anderen gerne meine (Ess-)Pausen verbringe, sind mindestens fuenf Computer mit Internetzugang installiert. Es gibt eine Buecherei, in der ich unterrichtsbedingt auch haeufig bin, alle moeglichen Fachraeume, ein grosses Gebaeude nur fuer das Sekretariat und das ziemlich gemuetliche Lehrerzimmer (mit zwei riesigen Bildschirmen fuer Konferenzen) und jeder Klassenraum hat neben den obligatorischen PCs eine (saubere!) Leinwand und einen fest installierten Beamer. In Raeumen wie dem MES-Raum, in denen nicht viel Platz ist, liegen Notebooks.
Die einzigen Dinge, die ich bemaengeln koennte, sind die fehlende Sauberkeit in den Gaengen, die aber durch Schueler jeden Morgen erneut hervorgerufen wird, und… die viel zu kleinen Stuehle, die meist auch noch aus Plastik und unbequem sind.
Zur Zeit ist niemand ausser mir und dem Kater Frodo zuhause. Und ich denke, ich ueberlasse euch dann auch so langsam eurem Schicksal.
Am Wochenende geht’s einmal wieder nach Wellington und von Dienstag bis Freitag bin ich mit meiner Stufe am Kratersee Taupo Ski fahren… Die Hauptinformation aller beteiligten Lehrer war: Es wird kalt! …Aber das bin ich ja gewoehnt, nicht wahr?
Lina
Guten Abend bzw. euch einen guten Morgen.
Hier bin ich nun… Und versuche, meine bisherigen Eindruecke moeglichst detailgetreu zu verarbeiten. Ausserdem habe ich auch Probleme mit dieser Tastatur, aber was will man Anderes erwarten?
Der Flug war -wie unschwer festzustellen- lang und nicht gerade spannend, obwohl sich waehrend der ersten Haelfte der Blick nach draussen so gut wie immer lohnte. Gleissendes Sonnenlicht, blauer Himmel und die Wolkendecke irgendwo unter einem. Aber das ist ja nichts Besonderes.
In London habe ich einige andere getroffen, die ebenfalls mit AIFS nach Neuseeland gehen, dabei aber das „Work&Travel“ Angebot nutzen. Wie ein Maedchen namens Wiebke meinte: „Das ist toll. Kaum sieht man die blauen T-Shirts, schon fuehlt man sich gut aufgehoben.“… Wir sassen aber alle recht weit auseinander und konnten so die Stunden ueber Stunden Flug alleine geniessen.
Von Amerika habe ich auch nicht viel gesehen, ausser gelegentlich ein paar beeindruckenden Bergen, falls die Wolkendecke aufriss. Dann begann auch die zweite Haelfte des Fluges, die, die wir in absoluter Dunkelheit zuruecklegten.
Nach einer ganzen Weile, mehreren unverstaendlichen Durchsagen und ziemlich komplizieretn wiederholten Pass- und Gepaeckkontrollen war ich dann in Wellington und wurde ziemlich unspektakulaer von Robyn Ash, der Ansprechpartnerin meiner Schule, abgeholt und in das naechste Taxi verfrachtet. Ich war hellwach. Fragt mich nicht, warum.
Meine Gastfamilie ist bisher faszinierend unkompliziert, die Umgebung absolut entzueckend und das Wetter unfassbar winterlich. Es ist nicht wirklich kalt, nur kaelter und eben zweifelsfrei winterlich. Das groesste Problem ist die Feuchtigkeit… und das allergroesste die nichtexistente Heizung… hier in Neuseeland hat man nunmal keine. Und die naechsten Monate werde ich wohl immer als erstes morgens den kleinen Heizstrahler am anderen Ende des Zimmers anmachen und meine Socken darauf deponieren. Dann sind wenigstens diese trocken, wenn ich sie spaeter anziehe.
Wie auch fast zu erwarten, laesst sich die Natur hier nicht vom Wetter beeindrucken. Es gibt alle moeglichen und mitunter sehr kuriosen Arten an Voegeln, alles gruent und blueht schon oder noch und erst heute sind drei Hummeln an mir vorbeigesummt.
Bisher ist das Leben hier noch sehr geruhsam und ich radebreche so vor mich hin. Durch meine Gastgeschwister habe ich ‘Doctor Who’ kennengelernt. Heute waren wir in Wellington, wir essen und gehen spazieren, wir essen und sehen fern, wir sitzen am PC. Aber nicht sehr ausgiebig. Ich warte auf die Schule… es verstoert mich ein wenig, es zuzugeben, aber das Leben hier kennenlernen kann man wohl nur im Schulalltag. Helau.
Morgen sind wir bei Nachbarn eingeladen…
Lina
…auf dem Weg, der mich (hoffentlich) letztendlich nach Neuseeland führt:
Ich habe heute mein Visum bekommen, per Einschreiben. Und es natürlich gehörig bewundert und bewundern lassen.
Meinen Reisepass kenne ich ja schon, aber mit dieser einen hellblauen Seite, die eine ganze Folge von noch leeren anführt, ist das gleich ein anderes Gefühl. Und irgendwie freue ich mich schon auf die Länder, die ich später vielleicht besuchen werde und dann diesem einen Paukenschlag (immerhin Neuseeland!) hinzufügen kann. Mein Reisepass will gefüllt werden! …auch wenn es natürlich unwahrscheinlich ist, dass ich während seiner Lebensdauer (6 Jahre) noch sehr viel reisen werde.
Aufjedenfall fühle ich mich einmal mehr gerüstet. Und ich werde die Adresse dieses blogs doch weitergeben, auch wenn mir einige bewusst und unbewusst zu verstehen gegeben haben, dass sie das irgendwie… affig finden und zu sehr um Aufmerksamkeit bemüht.
Bis bald!
Lina

