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Hallo, ihr da!

Hiermit melde ich mich zum letzten Mal fuer etwas mehr als drei Wochen (Nun ja, das ist ja auch sonst nichts Neues…) weil ich keinen Internetzugang mehr haben werde und muss deswegen selbstverstaendlich auch Season’s Greetings loswerden.

Ich wuensche euch allen ein besinnliches aber spassiges, nicht allzu stilles und nicht allzu vollgepacktes Weihnachtsfest mit viel gutem Essen, guten Freunden und so weiter und einen angemessenen Start ins neue Jahr, wobei ihr selbst bestimmen duerft, was angemessen ist.

Ich werde Weihnachten (wie sicher schon hunderte Male erwaehnt) bei der Familie meiner Gastmutter in Christchurch auf der Suedinsel verbringen. Wir wissen schon, dass wir Himbeeren pfluecken, Wale beobachten und selbstverstaendlich  gemeinsam Weihnachten feiern werden. Adele, meine Gastmutter,  und ich sind Anfang Januar ausserdem noch auf dem Banks Peninsula Walk und werden hoffentlich wundervolle Landschaft erleben und -natuerlich- viele viele Fotos machen. Die Fotos werden anders sein als gewoehnlich, weil meine digitale Kamera vor Kurzem aufgegeben hat und ich jetzt die analoge meiner Gastfamilie benutzen darf, was selbstverstaendlich von der Art des Fotoschiessens her etwas ganz Anderes ist.

Dezember im Sommer ist wirklich seltsam, obwohl ich wohl erst richtig begreifen werde, dass Weihnachten ist, wenn in unter dem (Plastik-) Weihnachtsbaum in Christchurch sitze.

Wir sehen bzw. lesen bzw. schreiben bzw. wirklich sehen uns im neuen Jahr!

Lina

Guten Tag!

Vor kurzem habe ich einmal wieder in den Heften, einzelnen Blaettern und all dem Muell gekramt, die bzw. der sich gerade auf meinem Schreibtisch befinden bzw. befindet (Wie bin ich denn zu diesen komplizierten Satz gekommen?), und dementsprechend ein wohlbekanntes Blatt ins Auge gefasst, dass ich von meiner Reiseorganisation bekommen habe. Es stellt die verschiedenen Stadien des Aufenthaltes da, die schwankenden Stimmungen. Auch wenn es bei mir -ehrlich gesagt- bisher so gar nicht so abgelaufen ist, habe ich beschlossen, wenigstens einem Punkt nachzugehen, der da ist „Aufzeigen der kulturellen Unterschiede“. Und das ist doch ganz praktisch, nicht wahr?

Okay, was ist ein Kiwi? Ein paar Eigenheiten, die mir so auffallen…

Neuseelaender gehoeren so lose zu Grossbritannien, benutzen die amerikanische Schreibweise bei Woertern wie neighbour bzw. neighbor, haben den Dollar als Waehrung, nennen Fussball football und soccer, haben gerade National zur fuehrenden Partei gewaehlt, sind aber sonst groesstenteils Pro Obama, besitzen so ungefaehr 10 Schafe pro Einwohner und haben den Geschmack der Briten geerbt.

Weihnachten ist weniger besinnlich als es in Deutschland vorgibt zu sein, was wahrscheinlich daran liegt, dass es im Sommer ist. Die geschmacklose Dekoration gibt es auch hier, wobei niemand auf die Idee kommt, Lichterketten zu benutzen, weil man die erst geniessen kann, wenn es dunkel ist. Und das dauert ja eine Weile.  Weihnachtsbaeume gibt es auch kaum, wenn, dann hoechtens aus Plastik. Frueher gab es die uebernommene Tradition der Weihnachtsgans und des Plumpuddings, aber irgendwann fiel es jemandem auf, dass das nicht ganz so passt und jetzt grillt man eher im Garten.

Nicht nur Weihnachten ist weniger besinnlich. Sonntag ist fuer Supermaerkte etc. ein Tag wie jeder andere auch, dafuer machen die Laeden wochentags frueher Schluss.

Einwanderer aus irgendwelchen europaeischen Laendern sind hier genauso normal wie die vielen Asiatischstaemmigen und Pasifika. Man ist an Touristen gewoehnt.

Selbstverstaendlich gibt es die Maori. Sie leben groesstenteils in „sozialen Brennpunkten“. Wie z.B. Porirua. Letztens hat mir mein Gastbruder erzaehlt, ein Junge an seiner Schule waere der Enkel des letzten offiziellen „reinbluetigen“ Maori.

Eingeschult wird jedes Kind mit 5 Jahren und die Schule beginnt im Sommer, wie in Deutschland. Nur ist es hier insofern praktisch, dass man jedem Geburtsjahr recht einfach das Schuljahr zuordnen kann. Nicht wie unsere Elfer, die ‘91 und ‘92 geboren sein koennten.

Zum Essen kann (Ich wiederhole mich) gesagt werden, dass es sehr britisch ist, auch wenn Neuseelaender selbst einige Dinge entwickelt haben wie Pavlova und Hokey Pokey Ice cream. Diese beiden Dinge sind auch so ziemlich die einzigen, die ich zu schaetzen weiss. Andere Beispiele sind naemlich Vegemite und Marmite, Brotaufstriche aus Hefeextrakten, die niemand mag ausser den Neuseelaendern selbst. Sonst gibt es selbstverstaendlich Porridge (Ich zitiere meinen deutschen Schulleiter: „Ach ja, Porridge – das, von dem die Englaender Jahrzehnte lang dachten, es sei Fruehstueck. War’s aber nicht.“), zahlreiche Puddings, salzige Butter (amuesant mit Honig) und Roastbeef. Essen ist man sowieso sehr gerne auf Toast. Es ist fast egal, was genau es ist. Ei ist noch normal, Bohnen, Pilze, Spaghetti, Weingummi, Hackfleisch, Kartoffelbrei und in Scheiben geschnittene Erdbeeren (gezuckert oder gesalzen) weniger. Zumindest fuer mich.

Sonst sind sie freundliche, offene Menschen, die sehr stolz alles praesentieren, was ihr Land so leistet und fuer die Sportneuigkeiten eine halbe Stunde ihrer taeglichen Nachrichten reserviert haben. Selbstverstaendlich handelt der Grossteil von Rugby und Cricket. Fussball hat eine kleine, durchaus respektable Rolle.

Der Kiwihumor ist nicht unbedingt zu empfehlen. Immerhin hat Polly aus meiner form class mir ziemlich am Anfang beigebracht, warum sie den Deutschen dankbar ist. Wir haben laut ihr den Sarkasmus erfunden.

Mehrere kursive Woerter spaeter faellt mir fuer heute nichts mehr ein.
Indulge. Und lernt was draus.

Lina