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Guten Morgen, Deutschland (und Italien)!
Das Wetter hier scheint wieder recht stabil, vormittags scheint meistens die Sonne und nachmittags wird es etwas dunkler und grauer.
Heute durften meine Gastfamilie und ich uns ueber einen neunkoepfigen Familienzuwachs freuen. Nach langer Zeit der Vorbereitung und freudigen Erwartung seitens Eleanor, besitzen wir nun einen Neon Dwarf Gourami namens Mitsufishi, sechs Glowlight Tetras ohne einzelne Namen, nur mit der Gruppenbezeichnung The Eagles, und zwei Platies (Gold Wag und Red Wag), die ich mir aussuchen und auch benennen durfte, namens Thomas und Jonathan. An dem Hintergrundbild fuer das Aquarium habe ich die letzten zwei Wochen im Kunstunterricht gesessen.
Wir sind dementsprechend alle sehr stolz auf uns und einander und scheinen bisher -ganz im Gegensatz zu Frodo, der den Fischen die kalte Schulter zeigt- ein immenses Vergnuegen daran zu entwickeln, vor dem Aquarium zu sitzen und ihnen zuzusehen.
Auf dem Weg nach Wellington, zum grossen Pet Store, ist mir einmal mehr aufgefallen, dass ich einfach einmal zwischendurch aus dem Auto aussteigen und die faszinierende Huegellandschaft fotografieren sollte, sobald sich ein gutes Motiv ergibt. Nah am Wasser oder direkt auf der einen grossen Autobahn zu sein, ist hier die einzige Moeglichkeit, nicht schief zu stehen. Und direkt neben diesen Ebenen ragt es gleich gruen (und mitunter wollweiss gesprenkelt) hoch…
Aber das meiste an Landschaft ist hier Privatbesitz und, wenn man nicht gerade in der Wohngegend ist, ist es verboten, die Huegel ungebeten zu betreten.
Anderes Thema: Meine Englischlehrerin hat es sich in den Kopf gesetzt, mich so viel wie moeglich an der Arbeit der Klasse, d.h. an den Abschlussarbeiten, teilhaben zu lassen, was mir Pflichtlektuere wie Lord of the flies und Children of men und mehrere Essays ueber Themen wie ‘New Zealand society and Maori culture today’ einbringt, und mich noetigt, mich bei allen anderen freiwilligen Lektueren mit dem Thema ‘Outsider’ -ebenfalls schriftlich- auseinanderzusetzen. Und das alles, damit mir am Ende die Bestaetigung meiner Leistung nichts bringt. …Immerhin freut sie sich, dass ich Jane Austen lese.
Ausserdem moechte ich in diesem Eintrag auch noch Anna-Lena erwaehnen, auf ihren Wunsch hin. Aber das habe ich ja eigentlich schon im Titel getan… perfekt!
So long!
Lina
Ahoy da draussen!
Der Titel sagt schon so einiges…
Gestern hat fuer all die gluecklichen Menschen, die in NRW leben, endlich die Schule auch wieder angefangen, womit wir dann in einem Boot sitzen.
Aber wo bin ich?
Zur Zeit laeuft alles seinen recht geregelten Gang. Ich werde im Alltag der Menschen, denen ich regelmaessig begegne, akzeptiert, ich folge dem Unterricht so gut ich kann, bisher habe ich mich schon einige Male mit Schulfreunden verabredet und das Wetter bleibt weiter unbestaendig. Ich bin angekommen. Mal sehen, ob das so bleibt.
Vor ein paar Tagen ist mir das erste Mal wirklich bewusst geworden, dass es gestern oder morgen (je nachdem, ob man ab Abflug oder Ankunft rechnet) schon vier Wochen sind. Die sind eindeutig viel zu schnell vorbeigegangen. Deswegen lautet mein liebenswerter Vorsatz fuer die naechsten Monate (denn aufeinmal sind es ja gar nicht mehr so viele), jeden Tag vollends auszunutzen, zu geniessen und ja dafuer zu sorgen, dass er nicht zu schnell vorbei geht. Wobei sich das bei meinem Tagesablauf etwas schwierig gestaltet.
Hier ein paar Fotos, ausgesucht aus denen, die ich bisher bei photobucket hochladen konnte :
Meine form class:

„Mein“ Haus:

…das auf einem der zahlreichen Huegel steht:
Und ein Teil des Wohnzimmers mit meinem Gastbruder:

So… das war’s dann auch schon wieder. Demnaechst gibt’s bestimmt mehr und Spannenderes!
Lina
…war nicht das, was ich erwartet hatte, aber doch recht gelungen.
Angefangen hat mein Ausflug mit stundenlangem Warten vor der Schule und stundenlangem Fahren im Van mit einigen Stops in irgendwelchen Kleinstaedten (solche, die praktisch nur aus aneinandergereihten Haeusern an einer grossen Strasse bestehen) auf dem Weg – alle in Besitz einer Tankstelle und einer Burgerking- und einer KFC-Filiale. Sehr viel Geographie haben wir nicht mitbekommen, aber bis wir zum ersten Mal einen schneebedeckten Gipfel am Horizont sahen war das Wetter schoen und die Schafe auf Unmengen von gruenen, kleinen aber steilen Huegeln am Rand der Strasse zahlreich.
Unsere Huetten waren wirklich spartanisch, wie angekuendigt, aber einige Mitreisende waren trotzdem ob der tatsaechlichen Lage ueberrascht. Und mir war es recht egal, denn der Heizstrahler brauchte nicht lange und wir waren sowieso fast nur zum Schlafen dort. Am Abend fuhr die ganze Bagage noch zu einem „Hot Pool“ in der Naehe, der nicht natuerlich, aber ziemlich (ent)spannend war. Bis wir dort ankamen, irrte unser Van noch eine Viertelstunde lang in der (wirklich nicht sehr ergiebigen, aber immerhin stockdunklen) Umgebung herum, weil Mr Huston absolut keine Ahnung hatte, wohin wir mussten, das aber erst nach etwa zehn Minuten bemerkte.
Am folgenden Tag stiegen wir um auf Plan B, weil der Berg geschlossen war, und besuchten eine Kletterwand und ein Schwimmbad. Abends dann Kino mit freier Filmwahl, wobei alle bis auf zwei den neuen Batman-Film (The Dark Knight) sahen, der uebrigens wirklich gut ist, sofern ich das beurteilen kann. Aber da alle moeglichen Kritiker (u.A. im neuseelaendischen Fernsehen) dasselbe sagen, bin ich mir einfach mal sicher.
Donnerstag -Oh Wunder- war der Berg schon wieder geschlossen und die zaghafte Ueberlegung, ob man nicht wenigstens zum Fuss fahren und ein wenig Schnee sehen koennte, wurde durch die Blizzard-Warnung und den sowieso am Parkplatz nicht vorhandenen Schnee schnell ad acta gelegt. Also beschloss man, nach Rotorua zu fahren, was mich als Tourist selbstverstaendlich freute. Das Heim der heissen Quellen. Dort fuhren wir bei seltsamerweise sehr ahnsehnlichem Wetter (die Tage davor hatte es ohne Unterbrechung geregnet) auf sogenannten Luges, einer Art lenkbaren Rodelschlitten fuer den Sommer, einen Berg oder eher grossen Huegel hinunter. Laut eines Schildes immerhin die erste Installation dieser Art auf der Welt… Und spaeter besuchten wir in Rotorua ein wirkliches Thermalbad (Polynesian Spa) mit Schwefeldaempfen und allem Drum und Dran und liessen den Abend mit Gesellschaftsspielen in geselliger Runde und im Gemeinschaftsraum ausklingen.
Der naechste Tag war durch die Rueckfahrt bestimmt, mit recht langer Pause am Gravity Canyon. Dort haette ich eigentlich die Moeglichkeit gehabt, einmal Bungee Jumping auszuprobieren, aber auch hier war durch das schlechte Wetter (und den dadurch zu stark angeschwollenen Fluss unten im Canyon) das nicht moeglich. Ich haette eine Art riesige Schaukel benutzen koennen, aber dann wollte ich doch kein Geld ausgeben.
So gesamt betrachtet bin ich also zu einem Ski-Ausflug aufgebrochen, ohne Ski zu fahren (solch einen Sturm, von dem wir selbst ja nicht einmal wirklich etwas mitbekommen haben, haette niemand vorraussehen koennen), aber habe wirklich nette Menschen aus meiner Stufe kennen gelernt, vor allem durch das Spielen von Backgammon und -auf der Rueckfahrt im Van mit einem Snowboard als Tisch- einem Kartenspiel mit dem netten Namen The President and the A***ole.
Solche Ausfluege sind wie geschaffen dafuer, irgendwen kennen zu lernen, weil man immer auf irgendeine Art und Weise mit irgendjemandem zufaellig zusammengepfercht wird. Glaube ich.
Also… I’m looking forward to going back to school tomorrow.
Lina

