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So, da bin ich wieder einmal!
Wenn auch nicht gerade lang und ausgiebig (Kann man ausgiebig da sein?), aber ich werde mein Bestes geben… wie immer meistens haeufig.
Morgen frueh, puenktlich zum regulaeren Unterrichtsbeginn (8:45), werde ich vor dem College in einen Van steigen und dort vorraussichtlich fuer die naechsten sechs Stunden bleiben. Die Schule hat naemlich vor, 70 Schueler in einem Reisebus und zahlreichen Vans unterzubringen, was doch in gewisser Weise sehr kreativ ist. Katharina und ich wurden schon im Voraus in den Van Mr. Hustons, des Deputy Principals, eingeladen, weil er uns ueber die verschiedenen Gegenden aufklaeren moechte, durch die wir fahren.
Ja, das klingt nicht nach kleinen Spielen, Lesen, Musik hoeren oder schlafen waehrend der Fahrt, aber wenigstens mit Essen hat er kein Problem. Das tut er auch sehr gerne vor uns. Sein Yogurt ist bei Personal und Schuelerschaft schon beruehmt-beruechtigt.
Den „schwersten Sturm Neuseelands seit etlichen Jahren“ haben wir ueberstanden ohne wirklich betroffen gewesen zu sein. Heute war -mal wieder- herrliches Wetter und es sollte schoener neuer Schnee liegen, aber nachdem, was ich so verstande habe, vermuten Wetterexperten einen noch viel heftigeren Sturm in den naechsten Tagen, obwohl sich das zugehoerige Tief noch nicht einmal gebildet hat. Wie dem auch sei… es wird sicher spassig.
Vorraussichtlich bis zum Wochenende. Wenn nicht, sind wir entweder stecken geblieben, liege ich im Krankenhaus, habe ich den Schlbus nach hause am Freitag verpasst oder bin ich einfach zu faul.
Lina
Tadaaa!
Guten Morgen. Und wieder habe ich die Sonne aufgehen sehen, bevor ihr das tun konntet.
Heute wurden -wie anscheinend staendig- meine Gastschwester und ich nach der Haelfte der Strecke zur Schule aus dem Auto geschubst und durften einige Huegel ueberwinden, bevor wir mit tauben Haenden und Gesichtern in die Waerme und Windgeschuetztheit der Schule durften. Es windete. Sehr stark. Und damit meine ich sehr sehr stark. Aber zurueck zu meiner Schule, bei der wir ja eigentlich schon angekommen sind:
Ich habe sechs Faecher und fuenf Stunden pro Tag. Das Ganze laeuft nach einem 6-Tage-Rhythmus und jedes Fach wird am naechsten Tag in der darauffolgenden Stunde unterrichtet. Recht einfach, wenn man es sich ueberlegt. Auch wenn ihr das jetzt natuerlich nicht unbedingt verstehen muesst. Heute hatten wir uebrigens Tag 1.
Meine Faecher sind EUE 3 (English for University Entrance, Level 3), MAC 3 (Mathematics Calculus, Level 3), HIS 2 (History, Level 2 usw.), ECO 3 (Economics), ART 3 (erklaert sich wohl von selbst) und MES 2 (Media Studies).
Letzteres ist ziemlich spassig. Fuer diesen Term (noch neun Wochen) muessen wir in Gruppen zu 2 oder 3 Leuten ein Musikvideo planen und schliesslich auch drehen. Wobei wir wirklich alles Moegliche wie Lied, Thema, Beleuchtung, Filter, Schnitte festgesetzt haben muessen, bevor uns unsere Lehrerin eine der teuren Kameras in die Hand drueckt. Spassig, ja, aber auch ziemlich anstrengend.
In EUE geht es vornehmlich darum, Essays zu verschiedenen Themen zu schreiben, in Mathe machen wir Dinge, die wir noch nie gehabt haben und vom Vokabular her auch nicht wirklich nachvollziehen koennen (mein Albtraum! …aber es geht), in Geschichte und Economics gerade nichts weil mitten in Gruppenarbeit und in Kunst auch nicht wirklich etwas, weil alle Schueler Verschiedenes tun, dass dann spaeter irgendwie benotet wird. Und da ich nicht benotet werde oder nicht darauf hinarbeite, sitze ich herum, zeichne irgendetwas und werde wohl frueher oder spaeter die beeindruckenden Moeglichkeiten der Ausstattung des Kunstraumes nutzen. So… aus Spass.
Obwohl uns gegenueber schon mehrmals betont wurde, dass die Schule kein Geld habe, dass soviel der Erneuerung beduerfe, ist sie doch gegenueber dem Standard, den ich gewohnt bin, sehr gut ausgestattet. In wirklich jedem Raum, selbst im -wie gesagt, ueppig ausgestatteten- Kunstraum, in dem ich mit anderen gerne meine (Ess-)Pausen verbringe, sind mindestens fuenf Computer mit Internetzugang installiert. Es gibt eine Buecherei, in der ich unterrichtsbedingt auch haeufig bin, alle moeglichen Fachraeume, ein grosses Gebaeude nur fuer das Sekretariat und das ziemlich gemuetliche Lehrerzimmer (mit zwei riesigen Bildschirmen fuer Konferenzen) und jeder Klassenraum hat neben den obligatorischen PCs eine (saubere!) Leinwand und einen fest installierten Beamer. In Raeumen wie dem MES-Raum, in denen nicht viel Platz ist, liegen Notebooks.
Die einzigen Dinge, die ich bemaengeln koennte, sind die fehlende Sauberkeit in den Gaengen, die aber durch Schueler jeden Morgen erneut hervorgerufen wird, und… die viel zu kleinen Stuehle, die meist auch noch aus Plastik und unbequem sind.
Zur Zeit ist niemand ausser mir und dem Kater Frodo zuhause. Und ich denke, ich ueberlasse euch dann auch so langsam eurem Schicksal.
Am Wochenende geht’s einmal wieder nach Wellington und von Dienstag bis Freitag bin ich mit meiner Stufe am Kratersee Taupo Ski fahren… Die Hauptinformation aller beteiligten Lehrer war: Es wird kalt! …Aber das bin ich ja gewoehnt, nicht wahr?
Lina
Guten Tag, die Damen und Herren,
heute war -wie nicht kompliziert zu errechnen- mein erster Schultag. Auch wenn es nicht mein erster Unterrichtstag war, denn auf Unterricht muss ich wohl noch ein wenig warten, durfte ich immerhin schon das bzw. die Schulgebaeude bewundern. Irgendwie haesslich, eckig und dreckig; aber herrlich anzuschauen bei 5 Grad, strahlendem Sonnenschein und einem atemberaubenden Blick auf die Huegel, die Bucht und weiter hinten das Meer.
Im Office und bei voelliger Ratlosigkeit liefen mir dann vier andere deutsche Schueler ueber den Weg, mit denen ich auch den gesamten Schultag verbringen sollte. Sophie, Marian, Katharina und Tim, Alter von 14 bis 17 in dieser Reihenfolge, was ich doch ueberraschend finde. Wie kommt die -wenn auch nicht gerade zartbesaitete- 14-jaehrige Sophie dazu, fuer ein halbes Jahr nach Neuseeland zu gehen? So ganz konnte sie mir das auch nicht beantworten…
Ein anfangs sehr netter. spaeter etwas ungeduldiger und durchgehend undeutlich sprechender stellv. Direktor begruesste und informierte uns und teilte uns ein. Zwischendurch verschwand er fuer zwei Stunden, die eigentlich nur fuenf Minuten sein sollten, und liess uns in der schuleigenen Buecherei so lange allein, bis sich eine Dame unser erbarmte und uns Vokabeltests vorlegte, die verschiedene Wortschaetze, von 2000 bis zu 10000 Woertern, umspannten und dementsprechend rasant im Niveau anstiegen. Von „horse“ bis zu „saliva“. Und weiter.
Nach der Mittagspause, die die andere 16-Jaehrige und ich im Kunstraum beim emsigen Schlemmen mit fremden aber hoechst freundlichen Personen verbrachten, die Tage zuvor eine andere Deutsche verabschiedet hatten, ging es mit einem Test unseres schriftlichen Koennens weiter. Der nette stellvertretende Direktor gesellte sich erst fuenf Minuten vor Schulschluss zu uns, was dazu fuehrte, dass ich die Fehler, die er in meinem Stundenplan gemacht hat, leider erst morgen mit seiner Hilfe ausbuegeln muss.
Keine Ahnung, was ich morgen eigentlich tun soll, aber … bis dann!
Lina
Guten Abend bzw. euch einen guten Morgen.
Hier bin ich nun… Und versuche, meine bisherigen Eindruecke moeglichst detailgetreu zu verarbeiten. Ausserdem habe ich auch Probleme mit dieser Tastatur, aber was will man Anderes erwarten?
Der Flug war -wie unschwer festzustellen- lang und nicht gerade spannend, obwohl sich waehrend der ersten Haelfte der Blick nach draussen so gut wie immer lohnte. Gleissendes Sonnenlicht, blauer Himmel und die Wolkendecke irgendwo unter einem. Aber das ist ja nichts Besonderes.
In London habe ich einige andere getroffen, die ebenfalls mit AIFS nach Neuseeland gehen, dabei aber das „Work&Travel“ Angebot nutzen. Wie ein Maedchen namens Wiebke meinte: „Das ist toll. Kaum sieht man die blauen T-Shirts, schon fuehlt man sich gut aufgehoben.“… Wir sassen aber alle recht weit auseinander und konnten so die Stunden ueber Stunden Flug alleine geniessen.
Von Amerika habe ich auch nicht viel gesehen, ausser gelegentlich ein paar beeindruckenden Bergen, falls die Wolkendecke aufriss. Dann begann auch die zweite Haelfte des Fluges, die, die wir in absoluter Dunkelheit zuruecklegten.
Nach einer ganzen Weile, mehreren unverstaendlichen Durchsagen und ziemlich komplizieretn wiederholten Pass- und Gepaeckkontrollen war ich dann in Wellington und wurde ziemlich unspektakulaer von Robyn Ash, der Ansprechpartnerin meiner Schule, abgeholt und in das naechste Taxi verfrachtet. Ich war hellwach. Fragt mich nicht, warum.
Meine Gastfamilie ist bisher faszinierend unkompliziert, die Umgebung absolut entzueckend und das Wetter unfassbar winterlich. Es ist nicht wirklich kalt, nur kaelter und eben zweifelsfrei winterlich. Das groesste Problem ist die Feuchtigkeit… und das allergroesste die nichtexistente Heizung… hier in Neuseeland hat man nunmal keine. Und die naechsten Monate werde ich wohl immer als erstes morgens den kleinen Heizstrahler am anderen Ende des Zimmers anmachen und meine Socken darauf deponieren. Dann sind wenigstens diese trocken, wenn ich sie spaeter anziehe.
Wie auch fast zu erwarten, laesst sich die Natur hier nicht vom Wetter beeindrucken. Es gibt alle moeglichen und mitunter sehr kuriosen Arten an Voegeln, alles gruent und blueht schon oder noch und erst heute sind drei Hummeln an mir vorbeigesummt.
Bisher ist das Leben hier noch sehr geruhsam und ich radebreche so vor mich hin. Durch meine Gastgeschwister habe ich ‘Doctor Who’ kennengelernt. Heute waren wir in Wellington, wir essen und gehen spazieren, wir essen und sehen fern, wir sitzen am PC. Aber nicht sehr ausgiebig. Ich warte auf die Schule… es verstoert mich ein wenig, es zuzugeben, aber das Leben hier kennenlernen kann man wohl nur im Schulalltag. Helau.
Morgen sind wir bei Nachbarn eingeladen…
Lina
Guten Abend…
So geht das, so geht das… vor allem geht’s morgen los. Und so wirklich realisiert habe ich es wohl immer noch nicht.
Also dann, auf ein tolles halbes Jahr, viel zu lernen und zu begreifen und auf… die Menschen, die hier ihr Leben leben sowieso.
Ich werde sehen, wann ich mich melden und berichten kann.
Lina
…tja, der hat vor drei Tagen begonnen.
Jetzt sind es noch sieben. Um genau zu sein, ein Abend, fünf Tage und ein Morgen, aber das kann man getrost außer Acht lassen.
Ich habe nicht nur am Tag, an dem ich so unbedacht den Link zu dieser Seite meiner gesamten Klasse vor die Nase gehalten habe, gleich 30 Besucher bekommen (an dieser Stelle einen netten Gruß an all diejenigen, die sich von mir noch nicht haben abschrecken lassen! ^^), sondern auch seit etwas mehr als einer Woche eine Gastfamilie.
Die Fakten:
Mutter, Adele, 45, Registered Legal Executive, alleinerziehend; Tochter, Eleanor, 13; Sohn, Jeremy, 11
„eigenes großes Zimmer mit eigenem Bad“
„mit dem Bus etwa 10 Minuten zur Schule„
„Interessen der Familie sind: Sport, Kino, Schwimmen, Ausflüge, Golf, Lesen, Musik“
Klingt bis jetzt ja noch ganz normal… und zumindest ich hoffe, dass es so bleibt.
Wie schon oben verlinkt, dort werde ich sein. Ein Foto hat mir meine baldige Gastmutter auch schon geschickt:

Dass es in Riesenschritten vorwärts geht, hat mir dann heute auch ein weiterer Umschlag von AIFS gezeigt, der mein Flugticket und meine Versichertenkarte für den Aufenthalt beinhaltete. Wer meint, mich unglaublich vermissen zu werden oder sich noch ein letztes Mal davon überzeugen will, wie ich aussehe, findet sich bitte um etwa 9:30 am nächsten Montag am Düsseldorfer Flughafen ein. Na? Will niemand? Was für eine Überraschung!
Macht’s jut!
Lina
