Guten Tag, die Damen und Herren,

heute war -wie nicht kompliziert zu errechnen- mein erster Schultag. Auch wenn es nicht mein erster Unterrichtstag war, denn auf Unterricht muss ich wohl noch ein wenig warten, durfte ich immerhin schon das bzw. die Schulgebaeude bewundern. Irgendwie haesslich, eckig und dreckig; aber herrlich anzuschauen bei 5 Grad, strahlendem Sonnenschein und einem atemberaubenden Blick auf die Huegel, die Bucht und weiter hinten das Meer.

Im Office und bei voelliger Ratlosigkeit liefen mir dann vier andere deutsche Schueler ueber den Weg, mit denen ich auch den gesamten Schultag verbringen sollte. Sophie, Marian, Katharina und Tim, Alter von 14 bis 17 in dieser Reihenfolge, was ich doch ueberraschend finde. Wie kommt die -wenn auch nicht gerade zartbesaitete- 14-jaehrige Sophie dazu, fuer ein halbes Jahr nach Neuseeland zu gehen? So ganz konnte sie mir das auch nicht beantworten…

Ein anfangs sehr netter. spaeter etwas ungeduldiger und durchgehend undeutlich sprechender stellv. Direktor begruesste und informierte uns und teilte uns ein. Zwischendurch verschwand er fuer zwei Stunden, die eigentlich nur fuenf Minuten sein sollten, und liess uns in der schuleigenen Buecherei so lange allein, bis sich eine Dame unser erbarmte und uns Vokabeltests vorlegte, die verschiedene Wortschaetze, von 2000 bis zu 10000 Woertern, umspannten und dementsprechend rasant im Niveau anstiegen. Von “horse” bis zu “saliva”. Und weiter.

Nach der Mittagspause, die die andere 16-Jaehrige und ich im Kunstraum beim emsigen Schlemmen mit fremden aber hoechst freundlichen Personen verbrachten, die Tage zuvor eine andere Deutsche verabschiedet hatten, ging es mit einem Test unseres schriftlichen Koennens weiter. Der nette stellvertretende Direktor gesellte sich erst fuenf Minuten vor Schulschluss zu uns, was dazu fuehrte, dass ich die Fehler, die er in meinem Stundenplan gemacht hat, leider erst morgen mit seiner Hilfe ausbuegeln muss.

Keine Ahnung, was ich morgen eigentlich tun soll, aber … bis dann!

Lina

Guten Abend bzw. euch einen guten Morgen.

Hier bin ich nun… Und versuche, meine bisherigen Eindruecke moeglichst detailgetreu zu verarbeiten. Ausserdem habe ich auch Probleme mit dieser Tastatur, aber was will man Anderes erwarten?

Der Flug war -wie unschwer festzustellen- lang und nicht gerade spannend, obwohl sich waehrend der ersten Haelfte der Blick nach draussen so gut wie immer lohnte. Gleissendes Sonnenlicht, blauer Himmel und die Wolkendecke irgendwo unter einem. Aber das ist ja nichts Besonderes.

In London habe ich einige andere getroffen, die ebenfalls mit AIFS nach Neuseeland gehen, dabei aber das “Work&Travel” Angebot nutzen. Wie ein Maedchen namens Wiebke meinte: “Das ist toll. Kaum sieht man die blauen T-Shirts, schon fuehlt man sich gut aufgehoben.”… Wir sassen aber alle recht weit auseinander und konnten so die Stunden ueber Stunden Flug alleine geniessen.

Von Amerika habe ich auch nicht viel gesehen, ausser gelegentlich ein paar beeindruckenden Bergen, falls die Wolkendecke aufriss. Dann begann auch  die zweite Haelfte des Fluges, die, die wir in absoluter Dunkelheit zuruecklegten.

Nach einer ganzen Weile, mehreren unverstaendlichen Durchsagen und ziemlich komplizieretn wiederholten Pass- und Gepaeckkontrollen war ich dann in Wellington und wurde ziemlich unspektakulaer von Robyn Ash, der Ansprechpartnerin meiner Schule, abgeholt und in das naechste Taxi verfrachtet. Ich war hellwach. Fragt mich nicht, warum.

Meine Gastfamilie ist bisher faszinierend unkompliziert, die Umgebung absolut entzueckend und das Wetter unfassbar winterlich. Es ist nicht wirklich kalt, nur kaelter und eben zweifelsfrei winterlich. Das groesste Problem ist die Feuchtigkeit… und das allergroesste die nichtexistente Heizung… hier in Neuseeland hat man nunmal keine. Und die naechsten Monate werde ich wohl immer als erstes morgens den kleinen Heizstrahler am anderen Ende des Zimmers anmachen und meine Socken darauf deponieren. Dann sind wenigstens diese trocken, wenn ich sie spaeter anziehe.

Wie auch fast zu erwarten, laesst sich die Natur hier nicht vom Wetter beeindrucken. Es gibt alle moeglichen und mitunter sehr kuriosen Arten an Voegeln, alles gruent und blueht schon oder noch und erst heute sind drei Hummeln an mir vorbeigesummt.

Bisher ist das Leben hier noch sehr geruhsam und ich radebreche so vor mich hin. Durch meine Gastgeschwister habe ich ‘Doctor Who’ kennengelernt. Heute waren wir in Wellington, wir essen und gehen spazieren, wir essen und sehen fern, wir sitzen am PC. Aber nicht sehr ausgiebig. Ich warte auf die Schule… es verstoert mich ein wenig, es zuzugeben, aber das Leben hier kennenlernen kann man wohl nur im Schulalltag. Helau.

Morgen sind wir bei Nachbarn eingeladen…

Lina

Guten Abend…

So geht das, so geht das… vor allem geht’s morgen los. Und so wirklich realisiert habe ich es wohl immer noch nicht.

Also dann, auf ein tolles halbes Jahr, viel zu lernen und zu begreifen und auf… die Menschen, die hier ihr Leben leben sowieso.

Ich werde sehen, wann ich mich melden und berichten kann.

Lina

…tja, der hat vor drei Tagen begonnen.

Jetzt sind es noch sieben. Um genau zu sein, ein Abend, fünf Tage und ein Morgen, aber das kann man getrost außer Acht lassen.

Ich habe nicht nur am Tag, an dem ich so unbedacht den Link zu dieser Seite meiner gesamten Klasse vor die Nase gehalten habe, gleich 30 Besucher bekommen (an dieser Stelle einen netten Gruß an all diejenigen, die sich von mir noch nicht haben abschrecken lassen! ^^), sondern auch seit etwas mehr als einer Woche eine Gastfamilie.

Die Fakten:

Mutter, Adele, 45, Registered Legal Executive, alleinerziehend; Tochter, Eleanor, 13; Sohn, Jeremy, 11

“eigenes großes Zimmer mit eigenem Bad”

“mit dem Bus etwa 10 Minuten zur Schule

“Interessen der Familie sind: Sport, Kino, Schwimmen, Ausflüge, Golf, Lesen, Musik”

Klingt bis jetzt ja noch ganz normal… und zumindest ich hoffe, dass es so bleibt.

Wie schon oben verlinkt, dort werde ich sein. Ein Foto hat mir meine baldige Gastmutter auch schon geschickt:

Wohngegend an der Bucht

Dass es in Riesenschritten vorwärts geht, hat mir dann heute auch ein weiterer Umschlag von AIFS gezeigt, der mein Flugticket und meine Versichertenkarte für den Aufenthalt beinhaltete. Wer meint, mich unglaublich vermissen zu werden oder sich noch ein letztes Mal davon überzeugen will, wie ich aussehe, findet sich bitte um etwa 9:30 am nächsten Montag am Düsseldorfer Flughafen ein. Na? Will niemand? Was für eine Überraschung!

Macht’s jut!

Lina

…auf dem Weg, der mich (hoffentlich) letztendlich nach Neuseeland führt:

Ich habe heute mein Visum bekommen, per Einschreiben. Und es natürlich gehörig bewundert und bewundern lassen.

Meinen Reisepass kenne ich ja schon, aber mit dieser einen hellblauen Seite, die eine ganze Folge von noch leeren anführt, ist das gleich ein anderes Gefühl. Und irgendwie freue ich mich schon auf die Länder, die ich später vielleicht besuchen werde und dann diesem einen Paukenschlag (immerhin Neuseeland!) hinzufügen kann. Mein Reisepass will gefüllt werden! …auch wenn es natürlich unwahrscheinlich ist, dass ich während seiner Lebensdauer (6 Jahre) noch sehr viel reisen werde.

Aufjedenfall fühle ich mich einmal mehr gerüstet. Und ich werde die Adresse dieses blogs doch weitergeben, auch wenn mir einige bewusst und unbewusst zu verstehen gegeben haben, dass sie das irgendwie… affig finden und zu sehr um Aufmerksamkeit bemüht.

Bis bald!

Lina

Da bin ich

Ich habe soeben beschlossen, nicht wie vorher überlegt meine Reiseweblog ebenfalls bei myblog zu unterhalten, sondern dafür wordpress zu benutzen, was mir von vielerlei Seiten empfohlen wurde. Und so bin ich hier nun. Okay, eben war ich noch da, jetzt bin ich hier. Mhm.

Aufjedenfall wird dies in den kommenden Monaten, genauer gesagt ab dem 14. Juli (und vielleicht noch ein wenig davor) bis etwa Januar 09, mein so überhaupt nicht privates und hoffentlich spannendes Reisetagebuch werden. So bin ich das ganze halbe Jahr über präsenter als ich eigentlich sein sollte und euch vielleicht lieb ist.

In diesem Sinne, vielen Dank für die hierdurch gewonnene Aufmerksamkeit.

Lina

 

Juli 2008
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